Kommentar

Ohne Doktortitel in den Vatikan

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

Annette Schavan wird deutsche Botschafterin im Vatikan. Damit hat es die Bundesregierung geschafft, ein Exempel der Postenschacherei und Unaufrichtigkeit zu statuieren. Kommentar von Axel Grysczyk.

Annette Schavan war als Bildungsministerin zurückgetreten, nachdem bekannt wurde, dass sie bei ihrer Dissertation abgeschrieben hatte. Später verlor sie ihren Doktortitel. Mehr noch: Durch den Verlust hat sie jetzt auch keinen Hochschulabschluss mehr. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass jemand ohne den Nachweis dieser Qualifikation einen Botschafter-Job bekommt. Immerhin ist diese Stelle in die Besoldungsgruppe B9 eingruppiert, was einem Grundgehalt von 10. 228,76 Euro entspricht. Zudem hat Schavan überhaupt keine Erfahrungen in der Arbeit des Auswärtigen Dienstes vorzuweisen. Die 58-Jährige, weiterhin eine enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel, hatte auch kein Problem damit, vor wenigen Wochen die Ehrendoktorwürde der Uni Lübeck anzunehmen. Mit der Ehrung würdigte die Hochschule, dass sich Schavan zur Rettung des Medizinstudiengangs eingesetzt hatte. Motto: Geld für euren Studiengang, Doktortitel für mich. Das höchste Gut eines Politikers ist Glaubwürdigkeit, das hat Schavan verloren. Das Wichtigste für einen Wissenschaftler ist Seriosität, die ist Schavan höchstrichterlich aberkannt worden. In diesem Fall werden alle Klischees, der sich selbst versorgenden Politikerkaste bedient. Zumal viele dieser Postenschacherer vergessen, dass sie erst durch die Wahl des Volkes überhaupt die Möglichkeit bekommen haben, gewisse Ämter auszuüben. Außer, dass sie abschreiben kann, ist Schavan eine höhere Qualifikation schuldig geblieben.

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