Elf Meter ist vielen Schneidhainern viel zu hoch

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„Haushöhe“ steht auf dem aus Latten und Stangen zusammen gezimmerten Mast, mit dem die Bürgerinitiative Pro Schneidhain vor einer Woche die vorgesehene Höhe der zukünftigen Bebauung verdeutlichte.

Königstein – Gut einen Monat vor der Bürgermeisterwahl in Königstein ist der Ortsteil Schneidhain tief gespalten. Es geht um die Bebauung des Spiel- und Sportgeländes an der Rossertstraße. Die beiden Bürgermeisterkandidaten haben jetzt klare Positionen bezogen. Von Norman Körtge

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Für Runa Hammerschmitt war die Aktion der Bürgerinitiative Pro Schneidhain am Samstag vor einer Woche ein großer Erfolg. Etwa 80 Bürger waren zum Spiel- und Sportgelände an der Rossertstraße gekommen, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie hoch und dicht dort laut dem Bebauungsplanentwurf gebaut werden darf. Mit rot-weißem Flatterband waren die Grundstücksgrößen markiert, elf Meter in die Höhe ragten die zusammengezimmerten Latten und Stangen. „Selbst direkte Anwohner, die eingefleischte Befürworter der Supermarktansiedlung sind, erschraken ob der Höhe der geplanten Bauten, die etwa so hoch sein werden wie die Flutlichtmasten“, berichtet Hammerschmitt.

Wie der EXTRA TIPP berichtete, möchte die Stadt das etwa zwei Hektar große Areal an einen holländischen Investor verkaufen, der dort einen Supermarkt und Wohnhäuser errichten will. Für Hammerschmitt und ihre Mitstreiter ist nach Einsicht in den noch bis nächster Woche öffentlich ausliegenden Bebauungsplanentwurf klar, dass die vorgesehene Bebauung überhaupt nicht in das vorhandene Umfeld mit niedrigeren Häusern passt.

Bürgermeisterkandidat auf der Seite der Protestler

Genauso denkt auch Michael Binder, der als unabhängiger Kandidat bei den Bürgermeisterwahlen am 22. Januar 2012 Amtsinhaber Leonhard Helm von der CDU herausfordert. „Sicher kann man es nicht allen recht machen, aber gegen diese Planungsvorlage stelle ich mich deutlich auf die Seite der Protestbewegung“, erklärt Binder. Er fordert, dass, bevor ein Investor das Gelände bebaut, erst einmal ein Gesamtkonzept für Schneidhain erstellt wird, das nicht nur Investorenwünsche berücksichtigt, sondern auch Belange des Einzelhandels und der Kinder- und Jugendarbeit.

Bürgermeister Helm hingegen kann viele Argumente der Bürgerinitiative Pro Schneidhain nicht nachvollziehen und er ärgert sich über falsche Informationen, die immer wieder in Umlauf gebracht werden. So sei es schlichtweg falsch, dass Spiel- und Sportplatz erst einmal wegfallen würden. „Es ist vertraglich ganz klar geregelt, dass erst nach dem Neubau von Spiel- und Sportplatz die Bebauung dort beginnt“, stellt der Rathaus-Chef klar. Dass dort dichter bebaut würde als noch vor 30, 40 Jahren sei bei den heutigen Grundstückspreisen ebenfalls nicht verwunderlich. Helm glaubt, dass es die Angst vor der Veränderung ist, die den Protest hervorruft. Außerdem verweist er darauf, dass es in Schneidhain auch eine Initiative gibt, die das Ganze als Chance für den Ortsteil sieht. „Chance für Schneidhain“ hat sich diese Initiative genannt.

 

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