König Ludwig zu zupfen, kostet knapp 12.000 Euro

Von Christian Reinartzbr /Rodgau - Es braucht nur einen Akkord auf der honigfarbenen Dolphin von Nik Huber, um zu erkennen: Es gibt die perfekte Gitarre. Zumindest kommt sie dem von Musikern gejagten Phantom ziemlich nahe. Gebaut hat sie der Nieder-Rodener selbst. Nach eigenen Bauplänen.

Das war 1996. Seitdem sind 800 Elektro-Gitarren über Hubers Werkbank gegangen. Heute beschäftigt er in seiner kleinen Manufaktur im Industriegebiet von Nieder-Roden vier Mitarbeiter und gilt, laut diverser Fachmagazine, als einer der fünf besten E-Gitarren-Bauer der Welt.br /Nik Huber sieht geschafft aus. Der 39-Jährige ist gerade von einer Musikmesse in den USA zurück. Es war ein Pflichtbesuch. An den Mann bringen muss er dort seine Instrumente längst nicht mehr. Sie werden ihm aus den Händen gerissen. "Wir können gar nicht so viel produzieren, wie die Leute bestellen", sagt er: "Aber davon lassen wir uns nicht unter Druck setzen. Wir produzieren weiter auf hohem Level." In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Ein Kulthersteller wie die Firma Gibson produziert pro Tag knapp 500 Gitarren. "Wir schaffen nur zehn im Monat", setzt Huber dagegen: "Qualität statt Quantität."br /Das rechnet sich, haben die Huber-Gitarren doch einen stolzen Preis. Zwischen 2.250 Euro für das einfachste Modell und 17.000 für das aufwendigste reicht die Preisspanne. Der Musiker bekommt dafür Instrumente, die derart präzise spielen, dass die Investition schnell wieder vergessen ist.br /Sogar Sonderanfertigungen, etwa für das englische Luxus-Kaufhaus Harrods, gehören zu Hubers Repertoire. Sein bester Gitarrenbauer Niclas "Nicel" Ulitzka ist Spezialist für solche Sammler-Stücke. Er verziert die schlichten Holzkörper mit echtem Blattgold oder wertvollen Edelstein-Ornamenten. Sein Meisterstück hat einen weißen Korpus und trägt den vielsagenden Namen "Ludwig XIV.".br /Das Geheimnis der Huber-Instrumente sind seltene Hölzer, die der gelernte Schreiner über Monate und Jahre hinweg trocknet. Als er die Tür zum beheizten Lager öffnet, strömt ein süß-aromatischer Duft heraus. Dort liegen, neben schon Jahrzehnte altem Holz von Urwald-Riesen, makellose Stücke Ahorn, Palisander und Mahagoni.br /"Die große Stärke unserer Gitarren ist das Zusammenspiel verschiedener Holz-Arten", verrät Nik Huber. Wie ein Sternekoch hat er jahrelang nach den Zutaten gesucht und irgendwann die richtige Würzmischung gefunden: Auf einen Mahagoni-Korpus wird eine perfekt abgelagerte Deckplatte aus kalifornischem Redwood geleimt. "Da verzieht sich nichts mehr", erklärt Huber: "Auch nicht, wenn die Musiker auf Tour sind und das Instrument den unterschiedlichsten Witterungen ausgesetzt ist."br /Das schätzen die Profis. Ausnahme-Gitarristen wie Mark Goldenberg oder Kosho von den Söhnen Mannheims spielen eine echte Huber. Auch die lokalen Größen Gerd Knebel von Badesalz und Ali Neander von den Rodgau Monotones gehören zu seinen Stammkunden. Selbst Filmmusik-Komponisten aus Hollywood greifen auf die Instrumente aus Nieder-Roden zurück.br /Expandieren will Huber trotz der großen Nachfrage aber nicht. "Zumindest nicht im großen Stil", sagt er: "Darunter würde dann zwangsläufig die Qualität leiden. Und die ist mein Trum

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