Kleinbäcker haben's schwer - Aber: "Wer jammert verliert"

Darmstadt-Dieburg - Die traditionellen Bäcker vor Ort haben es nicht leicht. Immer mehr Filialen von Großbäckereien überziehen das Land, der Kostendruck auf die Einzelbäcker steigt. Doch diese geben sich kämpferisch.

"Wer jammert verliert", sagt Jürgen Kreher, Obermeister der Bäckerinnung Dieburg.

Die Getreide- und damit die Mehlpreise sind explosionsartig gestiegen, hinzu kommen die Kosten für Energie, die ebenfalls sprunghaft in die Höhen geschnellt sind. Klar, dass da damit auch Endpreise für Brot und Brötchen steigen müssen. Dennoch ist es schwierig für die Einzelbäcker eine allgemeinen Aussage zu treffen, da es keinen Preisabsprachen gibt, wie der Bäckerinnungsverband Hessen erklärt. Jürgen Kreher, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Eppertshausen und Obermeister der Bäckerinnung Dieburg, bringt es deshalb so auf einen Nenner: "Die Kosten sind gestiegen und jeder Bäcker muss so kalkulieren, dass er überleben kann." Dies bedeutet, dass er im vergangenen Jahr die Preise für Brötchen um zwei Cent erhöhen musste. Auch hätten seine Mitarbeiter mehr Lohn bekommen.

Er hat seinen Kunden die Preiserhöhung plausibel erklärt und diese hätten sie dann auch klaglos akzeptiert.

Trotz der gestiegenen Kosten - zu denen Kreher auch die Zahlungen an die Berufsgenossenschaft zählt - und die rasante Ausbreitung der Filialketten, schaut der Bäckermeister dennoch optimistisch in die Zukunft. "Es wird schwieriger, aber wir müssen mit Qualität überzeugen und Nischen besetzen", gibt er die Marschrichtung vor. Denn "von Jammern wird es nicht besser", sagt Kreher. So hätten zumindest in Eppertshausen viele Bürger und auch Vereine verstanden, dass sie die ortsansässigen Bäcker durch dortige Einkäufe unterstützen müssen. "Wenn die große Feiern haben und die Brötchen werden knapp, wissen die genau, auf wen sie sich verlassen können", sagt Jürgen Kreher. nkö

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