Klassisches Bier wird weniger getrunken

Prost: Craft Beer in der Region immer beliebter

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Die Variationen des Craft Beer wollen viele Biertrinker nicht mehr missen.

Region Rhein-Main – Am Sonntag, 23. April, ist Tag des Deutschen Bieres. Seit einiger Zeit geht der Bierkonsum in Deutschland zurück. Immer beliebter wird hingegen auch im Rhein-Main-Gebiet das sogenannte Craft Beer. Von Katrin Greschner

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Zwei Tischler sitzen nach getaner Arbeit zusammen. Eine Handbewegung und die kühlen Getränke zischen, als sich die Kronkorken lösen. Die fallen klirrend zu Boden. Die Männer prosten sich zu und genießen ihr wohlverdientes Feierabend-Bier, das ihnen den Rachen hinunter läuft und den Durst löscht. Nach dem Motto „Ein Bier ist kein Bier“ folgen das zweite und dritte...

Ein Bild, dass sich in Deutschland immer seltener bietet, denn in der Bier-Nation Nummer eins wird immer weniger Gerstensaft getrunken. „Der Pro-Kopf-Verbrauch ist seit Jahrzehnten rückläufig“, sagt Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher des Deutschen Brauer-Bundes. Waren es 2008 noch rund 111 Liter, sind es 2015 nur noch etwa 106 Liter pro Person. „Das hat viele Gründe. Die Bevölkerung wird älter. Wer heute mit 18 kein Bier trinkt, fängt auch mit 50 Jahren nicht damit an.“ „Außerdem darf, anders als früher, am Arbeitsplatz kein Alkohol mehr getrunken werden“, ergänzt Britta Bartkowski, Referentin des Brauer-Bundes Hessen/Rheinland-Pfalz.

Zahl der Brauereien steigt

Hopfen und Malz sind noch nicht verloren: Trotz geringerem Bierkonsum steigt die Zahl der Brauereien. Derzeit gibt es laut Deutschem Brauer-Bund etwa 1408 Braustätten. Das sind rund 100 Betriebe mehr als noch vor zehn Jahren. In Hessen ist die Zahl innerhalb der vergangenen 20 Jahre um rund 15 auf rund 70 Brauereien gestiegen. 

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Dadurch gibt es auch mehr Biersorten: Wo es vor einigen Jahren noch 5.000 verschiedene deutsche Biere getrunken wurden, sind es heute schon um die 6.000. Und das, obwohl es durch das Reinheitsgebot, das im vergangenen Jahr 500-jähriges Bestehen feierte, keine unbegrenzten Möglichkeiten zur Bierherstellung gibt. Aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe wird seit einiger Zeit aber immer öfter sogenanntes Craft Beer gebraut: „Das sind aromaintensive Biere, die hopfen- und malzbetont sind. Sie werden meist nur in kleinen Mengen hergestellt“, sagt Marc-Oliver Huhnholz. Sie seien im Kommen, da das Angebot an Hopfen- und Malzsorten wachse.

„Craft Beer Festival“ lockt Besucher

In Frankfurt wurde für diese Biere sogar ein eigenes Festival ins Leben gerufen. Beim „Craft Beer Festival“, das seit 2015 ausgetragen wird, präsentieren jährlich rund 40 Aussteller Selbstgebrautes. „Wir wollen die Leute vom Craft Beer begeistern. Es gibt viel zu entdecken und viel zu erschmecken“, sagt Sascha Paul, Veranstalter des Festivals. „In Amerika ist das Bier schon seit den 80ern bekannt. Hier müssen wir noch nachhelfen.“ 

Der Bier-Experte weiß auch, warum das Getränk so gut ankommt: „Durch die Aromenvielfalt und die unterschiedlichen Brauverfahren ist Craft Beer geschmacksintensiver. Da kommen sogar Weinliebhaber auf den Geschmack.“

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