Britta Ambach ist Deutschlands beste Instrumentenbauerin

Britta Ambach feilt millimetergenau an Klarinetten

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Britta Ambach kann nicht nur gut Klarinetten zusammenbauen, sondern auch auf ihr spielen.

Dreieich – Britta Ambach ist die Beste. Vor allem wenn es um Holzblasinstrumente geht: Die 24-Jährige aus Dreieich schloss ihre Ausbildung als Jahrgangsbeste ab und gewann den Preis als bundesweit beste Instrumentenbauerin. Geduld und Millimeterarbeit sind genau ihr Ding. Von Silke Gottaut

Georg Hufnagel

„Ich finde es faszinierend, wie aus vielen kleinen Einzelteilen ein Instrument entsteht“, sagt Ambach und feilt an einer silbernen Klappe herum, die später ein Tonloch verschließen soll. Eine Klarinette ist kein Hexenwerk. Im Gegenteil: Denn an einer gängigen B-Klarinette, die zirka 58 Zentimeter lang ist und mindestens 24 Löcher hat, sitzt die Instrumentenbauerin etwa vier Wochen – rund 160 Stunden. Wer Handarbeit zu schätzen weiß, bezahlt gerne dafür zwischen 2200 und 5000 Euro.

Auf den zehntel Millimeter muss alles stimmen

Ambach liebt ihre Arbeit mit Birnen und Bechern. Wer sich nun fragt, was das miteinander zu tun hat – ganz einfach: Eine Klarinette besteht aus fünf Teilen. Das Instrumententeil nach dem Mundstück nennt man Birne und den untersten Teil Becher. Auf den zehntel Millimeter genau muss alles stimmen, damit das Holzstück später so klingt, wie es klingen soll.

Wie sich eine Klarinette anhört, wusste Ambach jedoch schon bevor sie ihre Ausbildung begann. Seit sie zehn Jahre alt ist spielt sie Flöte, Klarinette und Saxophon. Doch dass Instrumente zusammenbauen einmal ihr Traumberuf wird, wurde der gelernten Arzthelferin erst auf Umwegen klar. „Ich arbeite gerne präzise, bin pingelig und wollte etwas Handwerkliches machen.“

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Angefangen hat alles auf der Musikmesse in Frankfurt, als sie sich nach Instrumentenbauern umgesehen hat. Dort stieß sie auf Georg Hufnagel, der ihr ein Praktikum in seiner Meisterwerkstatt in Dreieich anbot. Heute ist Hufnagel stolz wie Oskar auf seine bundesweit beste Instrumentenbauerin: „Sie hat ein besonderes Talent. Ich bin sehr froh sie zu haben.“ Ambach war seine erste Auszubildende. „Die Zeit dafür war reif, wie bei einem Obstbaum“, erklärt Hufnagel, warum er Ambach vor über zwei Jahren in seine Werkstatt aufnahm.

Ambach gibt in ihrer Freizeit mit dem Blasorchester Dreieichenhain Konzerte. „Am besten spielt es sich natürlich auf meiner selbst gebauten Klarinette“, sagt sie mit strahlenden Augen.

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