Online-Portal startet ohne befürchtete Pannen

Kindernet: In Frankfurt sind’s nur wenige Klicks zum Kita-Platz

+
Mit ein paar Klicks können Familien in Frankfurt  ihr Kind anmelden.
  • schließen

Frankfurt - Unübersichtliche Wartelisten in den Kitas und haufenweise Formulare zu Hause bei den Eltern: Damit ist jetzt Schluss. Seit ein paar Tagen ist das Online-Portal Kindernet Frankfurt freigeschaltet. Die erste Bilanz: Alles läuft prima. Von Christina Langenbahn

Das bundesweit einmalige städtische Angebot bündelt die Angebote aller Frankfurter Krippen, Kindergärten, Horte und Tagespflegepersonen. Der Vorteil für die Eltern: Sie müssen nicht mehr in jeder Einrichtung, die für sie in Frage kommt, einen Anmeldebogen abgeben. Jetzt sind nur noch ein paar Klicks nötig, um Kinder für einen Platz vormerken zu lassen. Kinder können ab der Geburt angemeldet werden, ab 18 Monate für Kindergärten und 18 Monate vor Schulbeginn für Horte. Das Portal zeigt zwar auch freie Plätze an, dient aber nur zur Anmeldung.

Vergabekriterien der Kitas sind entscheidend

Es sind weiterhin die Kitas, die die Plätze vergeben. Sie entscheiden am Ende, welche Kinder sie aufnehmen. Nach der Registrierung können Eltern sich bei so vielen Einrichtungen vormerken lassen, wie sie wollen. Im Vorfeld wurde unter vielen Eltern das Gerücht gestreut, dass diejenigen, die sich zuerst anmeldeten, auch bessere Chancen auf einen Platz hätten. Diese Sorge sei völlig unbegründet, sagt Sabrina Mannebach, Sprecherin vom Frankfurter Dezernat Bildung und Frauen. „Entscheidend sind die Vergabekriterien“, sagt sie. „Das Portal fragt ab, ob Vater oder Mutter alleinerziehend sind, wer zu Hause berufstätig ist und ob die Familie Sozialleistungen bezieht.“ Bei den Kitas erscheinen dann die Kinder mit dem höchsten Bedarf direkt an oberster Stelle. Auch das in einigen Krabbelstuben grassierende Gerücht, man könne sich für das kommende Jahr nur noch bis 31. Dezember anmelden, kann Sabrina Mannebach entkräften: „Ich weiß nicht, woher das kommt. Das Portal ist jederzeit nutzbar.“ Wenn ein Kind einen Platz bekommen hat, dann wird es aus dem System genommen. Das hat auch für die Kitas Vorteile: „Jetzt müssen sie nicht mehr wie früher anrufen und einen Betreuungsplatz anbieten, obwohl das Kind schon in einer anderen Einrichtung einen hat.“ Nutznießer sind aber nicht nur Eltern und Kitas.

Nachfrage kann besser ermittelt werden

Auch die Stadt profitiert: „Wir können jetzt viel einfacher ermitteln, in welchen Stadtteilen noch Plätze gebraucht werden. Das Kindernet Frankfurt hilft bei zielgenauer Ausbauplanung“, sagt Sabrina Mannebach. Die Angst vieler Eltern, das Portal könne in den ersten Tagen wegen Überlastung abstürzen, hat sich nicht bestätigt. „Allein am ersten Tag sind 4742 Kinder erfolgreich angemeldet worden. Und nichts ist zusammengebrochen“, sagt Mannebach. Bildungsdezernentin Sarah Sorge ist nach der ersten Woche sehr zufrieden: „Wir haben eine unglaubliche Resonanz auf die Seite bekommen. Sie läuft stabil, fehlerfrei und wird sehr gut angenommen.“

Mehr zum Thema

Christina Langenbahn

Christina Langenbahn

E-Mail:christina.langenbahn@extratipp.com

Kommentare