SOS – Kinderalarm! Der Babysitter-Notdienst

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Strolche unter sich! Gabriele Esdorf spielt mit Bijan, der zum ersten Mal bei den Elbi-Strolchen ist.

Frankfurt – Eben noch kullerten Tränen über die Wangen der einjährigen Ronja. Jetzt spielt sie schon wieder glücklich in der Krabbelecke. Ronjas Mama hat sie bei der Notfall-Betreuung im Nordwesten Frankfurts abgegeben, weil sie einen Geschäftstermin hat. Von Mareike Palmy

Was tun, wenn der Kindergarten streikt? Oder die Tagesmutter Röteln hat und Oma und Opa gerade auf Schiffsreise sind, aber der Chef trotzdem will, dass die Präsentation morgen früh steht? Wie wichtig eine flexible und kurzfristige Kinderbetreuung ist, weiß Gabriele Esdorf. Die Erzieherin in der Notfallbetreuung Elbi-Strolche hat schon so manch verzweifeltem Elternteil aus der Klemme geholfen. „Wir sind eine Notfalleinrichtung. Wenn Not am Mann ist, springen wir ein“, sagt Esdorf.

Wenn die Vorschule Ferien hat und der Babysitter absagt oder Eltern aus anderen Gründen wie Arzttermin oder Großeinkauf kurzfristig einen flexiblen und vertrauenswürdigen Aufpasser brauchen, ist es oft schwer, auf die Schnelle etwas Geeignetes zu finden. Für solche Fälle gibt‘s die Elbi-Strolche.

Kinder bis in die Abendstunden abgeben

Der Babysitter-Notdienst bietet auf rund 80 Quadratmetern Platz für alle kleinen Neuankömmlinge. In einem großen hellen Raum mit bunten Malereien am Fenster, haufenweise Bastelmaterial, Büchern in den Regalen und Spielzeug bis zur Decke, können bis zu 20 Kinder spielen und toben. Fast erinnert es an einen ganz normalen Kindergarten, doch bei den Elbi-Strolchen ist alles etwas anders: Zwischen 7.30 und 18.30 Uhr können Kinder unangemeldet abgegeben werden, ganz spontan, auch in den Ferien. Bei einer Anmeldung drei Tage vorher sogar bis 22 Uhr. Auch samstags hat der Babysitter-Notdienst geöffnet. Übernachtungen sind nicht möglich. Fünf Euro kostet jede angefangene Stunde. Geschwister kriegen Rabatt.

„Wir haben regen Zulauf. Uns rufen sogar Leute aus dem Ausland an und melden ihr Kind an, wenn sie wissen, dass sie bald in Frankfurt geschäftlich unterwegs sind“, sagt die Leiterin der Elbi-Strolche, Silvia Schulz-Müller, die seit der Gründung im Jahr 2002 dabei ist. Auch Messebesucher oder Geschäftsleute der angrenzenden Unternehmen liefern ihre Kleinen bei den Elbi-Strolchen ab.

Sicherheit ist Eltern wichtig

Dabei ist es für die Mütter und Väter immer wichtig zu wissen, wo ihr Kind bleibt: „Die Eltern brauchen Sicherheit. Schließlich will man sein Kind nicht irgendwo lassen“, so Gabriele Esdorf, „aber wir sind keine Regeleinrichtung, also nicht vergleichbar mit einer Kita“, so die Erzieherin.

Kinder von null bis zwölf Jahren werden hier spontan gehütet, auch über einen längeren Zeitraum. Dafür stehen insgesamt fünf Betreuer parat. Und die kümmern sich ganz individuell um jedes Kind: „Wir halten uns genau an die Vorgaben der Eltern. Wenn Egon jeden Tag um 13 Uhr die Nase geputzt bekommt oder Lotte keine Erbsen mag, dann beachten wir das auch, damit hier jedes Kind wieder tränenlos heimgeht“, so Esdorf.

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