Roboter aus Lego

Roboter sammelt Müll am Limes

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Tim Richter (links), Simon und Selina Schaub haben den Limes, der entlang der Saalburg bei Bad Homburg führt, nachgebaut. Ihr programmierter Lego-Roboter sucht das Modell-Weltkulturerbe nach Müll ab.

Bad Homburg – Bunte Legosteine kennt jeder aus seiner Kindheit. Doch Lego-Mindstorms sagt nicht jedem etwas: Kernstück der Serie ist ein elektronischer Legostein, mit dem zum Beispiel ein Roboter programmiert werden kann. Dies haben Tim Richter, Simon und Selina Schaub gemacht. Von Silke Gottaut

 

Ein Greifarm. Ein Korb. Eine Kamera. Ein leises Surren: Graue, schwarze, blaue und gelbe Legosteine bewegen sich angetrieben von drei Motoren auf sechs Rädern vorwärts. Der Lego-Roboter sucht nach Müll. So haben ihn Tim Richter, Simon und Selina Schaub programmiert. Mit Hilfe der Kamera sucht er, mit dem Greifarm befördert er den Müll in den Korb.

Damit haben die drei Bad Homburger Schüler die Teilnahmebedingungen bei der Roboter-Olympiade erfüllt: Sie sollten einen Roboter entwickeln und ein Modell bauen, das sich mit dem Schutz eines UNESCO- Welterbes beschäftigt. „Eigentlich wollten wir die Pyramiden nachbauen, aber die können wir nicht mal schnell besichtigen“, berichtet Selina. Da die Kinder aber etwas konstruieren wollten, was sie auch schon mal in echt gesehen haben, bauten sie den Obergermanischen Limes nach. Er führt entlang dem Römerkastell Saalburg in Bad Homburg, ist Weltkulturerbe und nur wenigen Minuten vom Kinderzimmer entfernt.

Nachgebaut: Limes fast vier Quadratmeter groß

Und los ging es: Zweieinhalb Monate hatten sie Zeit. Während die beiden Jungs sich intensiver mit der Programmierung des Roboters beschäftigten, fing Selina mit dem Bau des Limes an. Auf knapp vier Quadratmetern sorgen bunter Playmais – das sind Bastelsteine aus Mais, Wasser und Lebensmittelfarbe – Pappmaschee, Draht, Kartons und Papier für einen Limes im Kleinformat.

Das Programmieren war dagegen schwieriger: „Tim hat geschimpft wie ein Rohrspatz“, erzählt Simon. Da die Kamera einen Farbsensor hat und es Müll in allen Farben gibt, mussten sie sich für eine Farbe entscheiden: Rot. Mit roten Bällen, die Müll darstellen, funktionierte der Roboter also.

Vater Schaub ist stolz auf das Projekt der Kinder. Aber nicht nur er: „Es ist eine super Sache. Ich hätte diesen Roboter gerne in echt“, sagt Peter Henrich, Geschäftsführer der Deutschen Limeskommission, grinsend: „Wenn Schulklassen da waren, sieht es manchmal so aus als wäre ein Müllkorb explodiert“.

Playmais schmeckt wie Popcorn

Ein wenig enttäuscht waren Selina, Tim und Simon schon als sie erfahren haben, dass sie nicht ins Finale der World Robot Olympiad gekommen sind. „Aber für den Anfang war es ganz gut“, meint Tim. Schließlich nahmen weltweit über 2000 Teams daran teil. Doch was zählt, ist der Spaß. Den hatten sie: „Wenn Papa nicht geschaut hat, haben wir Playmais gegessen. Denn der schmeckt wie Popcorn“, sagt Selina und lacht.

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