Kick über den Wolken: Sex in luftiger Höhe

Die Aussicht genießen nicht alle Passagiere im Flugzeug. Manche ziehen sich lieber zum Sex zurück.

Region Rhein-Main – Ein Passagier, der blank zieht: Damit sah sich jetzt die Crew eines spanischen Fliegers auf dem Flug nach Frankfurt konfrontiert. Der Pilot machte kurzen Prozess und kehrte zurück nach Madrid. Manchmal geht es allerdings noch wilder zu über den Wolken. Von Julia Renner

Sexualität lebt von der Variation, sagt der Bad Homburger Sexualtherapeut Jochen Cunz. „Für viele ist Sex im Flugzeug besonders reizvoll, weil allein schon eine Grundspannung durch das Fliegen da ist“, sagt Cunz. Denn Fliegen habe immer etwas mit Angst und Unsicherheit zu tun, egal wie häufig man in die Luft gehe.

Wenn dann noch jemand mitmache, den man vielleicht nicht einmal kenne und das Risiko hinzukomme, dass es jemand mitbekomme, mache das einen besonderen Reiz aus.

Wenig Luft, mehr Lust

Sexualtherapeut Jochen Cunz.

Therapeut Cunz könnte sich auch vorstellen, dass der geringere Sauerstoffgehalt eine Rolle spiele. In Flugzeugen ist der ähnlich wie auf einem etwa 2500 Meter hohen Berg. Vor allem in der SM-Szene sei es beliebt, sich die Luft kurzzeitig abzudrücken. „Atemverknappung ist ein bewährtes Lustmittel“, sagt Cunz. Dieser Effekt könnte eventuell auch im Flugzeug auftreten.

Die Fluggesellschaften gehen zurückhaltend mit dem Thema um. Lufthansa möchte sich gar nicht äußern. „Sex im Flugzeug kommt in Wirklichkeit seltener vor, als in der Fantasie des einen oder anderen“, sagt Johannes Winter, Sprecher von Condor in Kelsterbach. Auch Jan Hillrichs von Tuifly ist nicht bekannt, dass Sex in einem der Tui-Flieger schonmal vorgekommen sei.

Bei Condor gibt es keine konkreten Hinweise, wie die Flugbegleiter im Falle eines Falles reagieren sollen. Bei Tuifly schon: „Wenn es in der Kabine zu arg wird, gibt es die Anweisung, das Pärchen etwas zu bremsen.“

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