Wegen Glauben diskrimminiert

Kelkheimer kämpft gegen Christenverfolgung

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Markus Rod e in Nigeria: Er besuchte eine Pastoren-Witwe mit ihrem Sohn, der auch Pastor geworden ist, und ihre Tochter. Sie haben Ermutigungsbriefe von deutschen Christen bekommen.

Kelkheim – Wenn Markus Rode über die Malediven spricht, hat er nicht unbedingt traumhafte Palmenstrände vor Augen. Der Kelkheimer denkt dann an die dort lebenden Christen, die für ihren Glauben diskriminiert werden. Von Norman Körtge

Als Geschäftsführer des Hilfswerks Open Doors Deutschland ist es sein Job, auf die Christenverfolgung aufmerksam zu machen.

Im Januar war Open Doors wieder in aller Munde. Zumindest alle namhaften Zeitungen und Nachrichten-Magazine berichteten, was das überkonfessionelle christliche Hilfswerk mit Deutschland-Zentrale in Kelkheim zu vermelden hatte: Den neuen Christen-Weltverfolgungsindex. An der Spitze der Länder steht Nordkorea, gefolgt von Saudi-Arabien, Afghanistan, Irak, Somalia und dann kommt schon das Urlaubsparadies Malediven. Wer sich dort zum Christentum bekennt, verliert seine Bürgerrechte. Dass dies in deutschen Medien Thema ist, ist Markus Rode und seinem Team von Open Doors zu verdanken.

Vom Manager zum Helfer

„Was kann ich tun?“, fragte sich Markus Rode vor mehr als zehn Jahren. Damals war er im Management des seinerzeit noch in Kelkheim ansässigen Büromöbelherstellers Vario tätig, wollte aber noch einmal etwas anderes machen. Als Geschäftsführer von Open Doors fand er seine Berufung, wie Rode es selber bezeichnet. Mit ihm als Deutschland-Chef – das Hilfswerk wurde 1955 in Holland gegründet – wurde die Geschäftsstelle von Seesen am Rande des Harz in den Vordertaunus verlegt. Die Diskriminierung von Christen war damals in der deutschen Öffentlichkeit so gut wie kein Thema.

Christen sogar getötet

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Was es für Christen bedeutet, wegen ihrer Religion in permanenter Angst zu leben, diskriminiert, verfolgt oder von Extremisten sogar getötet zu werden, erfuhr Rode bei seiner Reise in den Irak 2003 – mitten in den Kriegswirren der US-Militärintervention. Was Rode aber vor allem zu denken gab: „Die Christen in diesem urchristlichen Land fühlten sich von uns vergessen.“ Und er war überrascht, dass sie nicht zum Beispiel nach Geld fragten. Ihre einzige Bitte: „Betet für uns.“

Diese und viele andere persönliche Erlebnisse, aber auch die Berichte von betroffenen Mitgliedern aus christlichen Untergrundgemeinden, lassen Rode und seine mehr als 30 Mitarbeiter nicht ruhen. Sie ermutigen die Menschen und sammeln Spenden: Zum Beispiel für den Kauf von Bibeln.

Zur Hauptaufgabe von Open Doors Deutschland gehört es allerdings, Öffentlichkeit zu schaffen. So gibt es etwa ein Team, dass Kirchengemeinden besucht und dort Vorträge hält. Die Arbeit von Open Doors hat aber auch die Politik erreicht und dort ihre ganz eigene Dynamik entwickelt. 2010 gründete die CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Stephanuskreis, der sich dabei insbesondere der Lage verfolgter Christen widmet. Rode war dort schon häufiger zu Gast. Und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder hat gar ein Buch geschrieben. Es heißt: „Verfolgte Christen: Einsatz für die Religionsfreiheit.“

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