Stadtteil-Serie

Kelheim: Mit "Boys to Men" werden Jungen erwachsen

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Martin Weyershäuser, Leiter von „Boys to Men Rhein-Main“, auf dem Kelkheimer Zauberberg, wo die Organisation ihren Sitz hat.

Kelkheim – Jugendliche verlieren in der Pubertät oft die Orientierung und es fehlen Vorbilder. Das Programm "Boys to Men" unterstützt Jungs beim Übergang zum „Mann-Werden. “. Von Fabienne Seibel 

 „In der Gesellschaft wird heute oft vergessen, dass die Jugend unsere Zukunft ist. Es wird zu wenig für sie getan“, sagt Martin Weyershäuser. Der 54-Jährige aus Schwalbach setzt sich deshalb beim in Kelkheim sitzenden Mentoring Programm „Boys to Men Rhein-Main“ für Jungs zwischen zwölf und 17 Jahren aus dem Hoch- und Main-Taunus-Kreis ein. „Wir begleiten die Jungs bei ihrem Übergang zum ‘Mann-Werden’, sagt Weyershäuser. Weil laut dem Schwalbacher vielen Jugendlichen positive männliche Vorbilder fehlen und sich die jungen Männer in der Pubertät von ihren Familien abkapseln, stehen er und die derzeit zehn Mentoren von Boys to Men ihnen ehrenamtlich zur Seite. Weyershäuser: „Wir unterstützen sie, Vertrauen in die eigene Männlichkeit zu gewinnen.“ Die teilnehmenden Jungs suchen meist selbst den Weg zu Boys to Men, die ihren Sitz auf dem Kelkheimer Zauberberg haben. Dort treffen sie sich alle zwei Wochen in ihrer Gruppe und dem selbst gewählten Mentor. Weyershäuser zufolge ist deren Aufgabe, den Jungs zuzuhören, sie zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man Probleme bewältigen kann.

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Die Arbeit des Mentoring-Programms orientiert sich an Riten verschiedener Völker. Zweimal im Jahr gibt es für die Neuankömmlinge ein Abenteuerwochenende, bei dem mitunter Vertrauensspiele gespielt werden. „An diesem Wochenende lernt man sich kennen und fasst Vertrauen. Rituale sollen den Jungs Halt und Selbstvertrauen geben“, sagt der 54-Jährige. Viele der Aktivitäten finden in der Natur statt. „Dort werden die Jungs an ihren Ursprung geführt, müssen alleine oder mithilfe der anderen Aufgaben lösen. So können sie auch individuelle Stärken und Fähigkeiten entdecken.“ Doch nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die erwachsenen Mentoren können etwas dazulernen. Weyershäuser: „Als Mentor wird man sich auch selbst über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst, kann sich selbst reflektieren und der jungen Generation etwas zurückgeben, was man selbst einmal gelernt hat.“

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