Keine dunklen Mächte, aber viele Fragen

Von Norman KörtgeSprendlingen - Ein Hass- prediger, der in einer Frankfurter Moschee hetzt und in Offenbach lebt. Ein Terrorbomber, der in Langen wohnte. Die Menschen haben Angst vor radikalen Moslems.

Unter dem Misstrauen leidet jetzt der geplante Bau eines Vereinshauses samt Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Dreieich-Sprendlingen.

"Ich höre ständig von Bürgern, dass sie Angst haben, weil sie nicht wissen was dort passiert", berichtet der Dreieicher CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Honka. Er fordert mehr Öffentlichkeit, warnt vor der Gefahr eines "latenten Rassismus". "Die Bewohner Dreieichs haben ein Recht zu erfahren, ob sich das pädagogische Konzept des Kulturzentrums am Grundgesetz orientiere", schreibt Honka in einer Pressemitteilung.

"Ich finde diese Art und Weise unverschämt", sagt Yüksel Mert, der im Aufsichtsrat des Türkisch-Islamischen Kulturvereins sitzt. Er ärgert sich vor allem darüber, dass Honka nicht zuerst das Gespräch mit dem Verein gesucht hat, bevor dieser mit seinen Fragen an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Denn diese habe der Verein von Anfang an mit einbezogen. "Seit Monaten stellen wir das Projekt in allen möglichen Gremien vor. Vor kurzem erst auf einer Pressekonferenz", berichtet Mert. Bisher habe es noch nie Probleme gegeben, meint er. Seit Jahren nutzt der Verein bereits Räume auf einem benachbarten Grundstück an der Maybachstraße.

Prominente Unterstützung erhält der Verein vom Dreieicher SPD-Bürgermeister Dieter Zimmer. "Der Verein versucht mit seinen Plänen mit größtmöglicher Offenheit und Transparenz umzugehen und zeigt sich schon immer gesprächsbereit und offen", heißt es vom Stadtoberhaupt.

Auf Anregung des städtischen Integrationsbüros informierten die Vorstandsmitglieder ausführlich den Magistrat und beantworteten alle Fragen zu Kosten, den Inhalten und den Zielen. "Deshalb haben wir auch keine Einwände gegen das Projekt", sagt Zimmer. Zugleich macht er dem Landtagsabgeordneten den Vorwurf, warum dieser nicht direkt mit dem Verein in Kontakt tritt.

Dies werde er noch tun, ließ Honka am Freitag mitteilen. Zugleich holte er noch einmal aus: "Die Politik dürfe nicht länger in ihrem Multi-Kulti-Elfenbeinturm sitzen bleiben, sondern müsse die Fragen und Ängste der Bevölkerung ernst- und aufnehmen."

Der CDUler will zudemwissen, wie der rund 80 Mitglieder zählende Verein die geschätzten 490.000 Euro Baukosten aufbringen will. "Ich unterstelle keine â??dunklen Mächteâ??, ich stelle nur Fragen", besänftigt Honka.

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