Baumärkte verkaufen keine Winterprodukte

Kein Winter! Streusalz und Schneeschieber stapeln sich

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Region Rhein-Main – Es ist Winter – zumindest laut Kalender. Nur Frost und Flocken lassen auf sich warten. In den Lagern der Baumärkte in der Region stapeln sich mittlerweile die Schieber und Säcke mit Streusalz. Alle fragen sich nur eins: Wann kommt endlich der Schnee? Von Sonja Achenbach.

Das höchste der winterlichen Gefühle sind derzeit gefrorene Autoscheiben in der Frühe. Weiß ist allenfalls der dazu gehörende Reif. Die Schneeflocken erreichen erst garnicht den Boden. Wer deckt sich da schon mit Streusalz, Schneeschieber, Vogelfutter oder Frostschutz ein?

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Die Baumärkte der Region sind gerüstet. Typische Winterprodukte bringen derzeit allerdings noch wenig für die Verkaufszahlen. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Schneeschieber erst gekauft werden, wenn der Schnee schon liegt“, ist sich die Branche einig. Doch das war mal anders: „Noch vor wenigen Jahren haben wir spätestens im Oktober die ersten Schneeschieber verkauft“, sagt Carmen Carlisi, stellvertretende Marktleiterin des Globus Baumarkts in Dietzenbach.

Nach dem extremen Winter von 2012/2013 orderte auch Mario Schulz, Marktleiter vom Hellweg-Baumarkt in Eschborn, einen größeren Vorrat an Winterprodukten. Und zehrt noch heute davon, denn ein wirklicher Wintereinbruch lässt seitdem auf sich warten.

Sortiment des vergangenen Jahres im Lager

Carlisi hat noch fast die komplette Ausrüstung des vergangenen Jahres in den Lagern. „Nur ganz vereinzelt wird da etwas gekauft“, sagt sie.

Nicht nur im Dieburger Toom-Baumarkt von Geschäftsleiter Rainer Buxbaum stellen aber Vogelhäuschen und die dazugehörigen Körner eine Ausnahme dar. Hinzu kommt Frostschutz, Enteiser und alles weitere, um ein Auto für den Winter zu rüsten. „Diese Produkte werden immer gut nachgefragt.“

Buxbaum, Carlisi und Schulz – alle hoffen darauf, dass der Winter im Februar, März noch einmal richtig Fahrt aufnimmt.

Selbst dann steht einem guten Geschäft für Winterartikel ein generelles Problem im Weg: „Die Rhein-Main-Region ist übersättigt mit diesen Produkten. Erst ging Praktiker pleite, dann Max Bahr“, sagt Hellweg-Marktleiter Mario Schulz.

Beide Pleite-Märkte räumten ihre Lager mit Rabatten von an die 90 Prozent. Da hat sich auch noch der letzte mit Vorrat eingedeckt. Der Verkauf der einschlägigen Produkte in der Gegend sei dadurch besonders schwierig geworden.

Die Hauptsaison für Baumärkte beginnt allerdings überhaupt erst im Frühling. „Dann beginnt die Arbeit im Garten, und viele fangen an zu bauen. Winter ist für uns eher ein Randgeschäft“, erklärt Schulz.

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