In diesen Fällen konnten wir 2009 helfen: Gestoppte Abschiebung, gelüftetes Geheimnis und Geld für Lea

Kein Problem, wir kümmern uns drum

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Jasna Bukvar und ihre Tochter Aila sind überglücklich, dass sie nicht abgeschoben wurden. Stolz präsentiert sie ihren Personalausweis.

Offenbach – Auch 2009 hat sich der EXTRA TIPP für seine Leser eingesetzt. Wir haben nachgefragt, gebohrt und genervt. Mit Erfolg, wie die aufgelisteten Beispiele aus dem Jahr 2009 beweisen. Aus Platzgründen haben wir sechs Bereiche ausgewählt und jeweils stellvertretend drei Beispiele ausgesucht. Denn der EXTRA TIPP berichtet nicht nur, wir rütteln auf und manchmal verändern wir auch etwas. Von Axel Grysczyk

Schicksale, die uns nicht egal waren

Bereits Anfang Dezember 2008 sollte Jasna Bukvar aus Dietzenbach und ihre Tochter abgeschoben werden. Der EXTRA TIPP machte den Fall öffentlich. Der Kampf beginnt. Tausende Unterschriften werden gesammelt. Am 31. Mai verkündet die ursprünglich in Bosnien geborene Bukvar, dass sie bleiben darf. Sie sagt: „Hätte der EXTRA TIPP nicht berichtet, wären wir schon abgeschoben worden.

Das Schicksal von Frank Abels hatte unsere Leser erschüttert. Der Dreieicher musste nach einer missglückten Operation ohne Magen leben. Dann fand er einen Job, doch die Behörden legten ihm nur Steine in den Weg. Die räumte der EXTRA TIPP zur Seite. Abels ist begeistert, sagt „Ich kann das noch nicht richtig glauben.

Ungläubig schaute auch Brunhilde Doleschal aus Groß-Umstadt. Eine Wildsau war in ihr Wohnzimmer eingedrungen und hatte alles verwüstet. Die Versicherung wollte nicht zahlen. Dann las Peter Hommel von der Firma SEM-Design aus Obertshausen den EXTRA-TIPP-Bericht. Kostenlos renovierte er der Rentnerin die Wohnung. Die 69-Jährige ist fassungslos, sagt immer und immer wieder: „Schön!

Misshandelte Tiere, für die wir uns eingesetzt haben

Kämpfer für die Tauben

Am 8. November berichten wir unter der Überschrift „Blutiger Hass“ über Tierquälerei und hundertfache Misshandlungen an Tauben. Den Lesern ist das Schicksal dieser Tiere nicht egal. In den Verein „Stadttaubenprojekt Frankfurt“ treten nach Erscheinen des Artikels 27 neue Mitglieder ein. Vorsitzende Gudrun Stürmer: „Vielen Dank an den EXTRA TIPP.

Im Sommer berichteten wir über das harte Schicksal von Tierheimen in der Finanzkrise. Tenor: Für Tiere, die schon lange da sind, wird‘s noch schwerer. Beispielhaft zeigten wir die Fälle des Pekinesen Johnny und Mischling Franzl. Drei Wochen später konnte aufgrund unseres Artikels Franzl in liebevolle Hände vermittelt werden.

Fünf gebrechliche Pferde in Hainburg suchten im Januar ein neues Zuhause. Hintergrund: Ihre Koppel soll bebaut werden. Durch die EXTRA-TIPP-Recherchen schaltet sich Bürgermeister Bernhard Bessel ein. Erst vor kurzem versichert er nochmal. „Zwar haben wir immer noch keine Lösung. Aber keine Sorge: Wir werden eine finden.“

Da haben wir nachgehakt

Die ganze Wissenschaftswelt rätselte, wer das versteinerte Urzeit-Äffchen Ida vor 25 Jahren in der Grube Messel ausgebuddelt hat. Wir recherchierten tagelang und fanden es heraus: Es waren Christa und Albert Behnke. Es wurde später bestätigt.

Es war das Sommer-Thema in Groß-Zimmern: Gibt‘s ein illegales Bordell an der Weberstraße? Das Ordnungsamt und die Polizei ermittelten. Dauerte uns zu lange. Wir sagten wo es die Dienste gibt und auch wie und wo sie inseriert. Der damalige Text begann so: „Groß-Zimmern: Die Nummer eins für Teeny-Liebhaber. Lisa aus Ungarn...“

Mitte November stand das Telefon in der Redaktion nicht mehr still. Das hatten selbst wir noch nicht erlebt. Mehrere hundert Anrufe gingen ein. Wir hatten gefragt, wer eine Erklärung zu der mysteriösen Maschine geben kann, die Norbert Achenbach in seinem Keller gefunden hat. Mit Hilfe unserer Leser stand‘s dann fest: Es ist eine Tabak-Schneidemaschine.

So halfen wir, wenn Leser an Behörden verzweifelten

Zwei Jahre stand ein verbeulter Ford Kombi in der Düsseldorfer Straße in Rodgau rum. Nichts passierte. Dann machten wir Dampf. Vier Tage später war er weg.

Norbert Krumeich kämpfte jahrelang für einen Zebrastreifen in der Donaustraße in Rodgau-Weiskirchen. Wir berichteten über sein Bemühen. Und das half: Im Juni wurden zumindest drei Verkehrszeichen aufgestellt, die auf Kinder hinweisen.

Natürlich: Stromanbieter sind keine Behörden. Aber sie verhalten sich in vielen Fällen so. Silvia Weiß wollte den Stromanbieter wechseln, von der Maingau zur EVO. Keine Chance. Der EXTRA TIPP schaltete sich ein und schon funktionierte es. Mehrere Leser meldeten sich im Anschluss mit ähnlichen Problemen.

Unsere Hilfe bei Multi-Media-Problemen

Immer wieder werden Leser beim Service allein gelassen. Oft konnten wir helfen. Die Mühlheimerin Ute Baier hatte Kosten auf ihrer Handy-Rechnung von externen Anbietern. Sie versprach, nichts damit zu tun haben. Nach unseren Nachforschungen hat Zed-Germany ihr ihre Forderungen erlassen. Und dank uns bekam auch Rainer Holzamer aus Heusenstamm endlich seinen Receiver für Sky und Ernst Tischer wieder ruhige Nächte. Denn die 72 Euro pro Monat für ein angebliches Abo konnte er sich sparen. Wir hatten das geklärt.

Für ein bisschen Menschlichkeit…                 

Heikles Thema: Auch Behinderte haben ein Recht auf Sex. Nach langen Diskussionen in der Redaktion haben wir am 7. Juni darüber berichtet. Und eine Lawine losgetreten. Ein Leser: „Sie haben uns aus dem Herzen geschrieben.

Lea Quäl

Von Herzen kam die Spendenbereitschaft für Lea Quäl. Der EXTRA TIPP berichtete über die Dreijährige, die an einer seltenen Krankheit leidet und daher unbedingt operiert werden muss. Doch das Geld fehlt, da die Krankenkasse die Kosten nicht zahlt. Gebraucht werden 50.000 Euro. Innerhalb weniger Wochen kommen mehr als 60.000 Euro zusammen.

Apotheker mit Einlagen

Unser Leser Heinz Keim hat Anfang Januar auf unhaltbare Zustände bei der Versorgung mit Einlagen aufmerksam gemacht. Die AOK hatte einen neuen Vertrag mit einem Großanbieter. Doch die Einlagen kommen nicht rechtzeitig. Wir bohrten weiter nach. Anfang Februar zieht die AOK die Notbremse und kündigt den Vertrag.

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