Auch früher Nachwuchs lässt Keiler nicht aus der Haut fahren

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Wegen des milden Winters haben Wildschweine keine Probleme, Nahrung zu finden.

Darmstadt-Dieburg – Weil weder Schnee noch Eis ihnen Probleme bei der Futtersuche bereiten, profitieren Wildschweine vom milden Winter. Und: Die Tiere suchen früher nach einem Partner. Die Befürchtung, dass sie in besiedelte Gebiete vordringen, können Experten nicht bestätigten. Von Dirk Beutel

Der Wald bietet ein reichhaltiges Futterangebot für Wildschweine. Auch jetzt, mitten im Januar. Höchstens in den Höhhenlagen haben die Tiere noch mit Schnee und Eis zu kämpfen. Dazu kommt, dass die milden Temperaturen bei den Keilern schon jetzt für Frühlingsgefühle sorgen. Die Folge: Mehr Verkehrsunfälle wegen liebestoller Wildschweine, und der Nachwuchs wird zwei bis drei Monate früher als üblich geboren. Im Grunde sind Wildschweine scheue Tiere, die Kontakt zum Menschen meiden. Allerdings können Bachen angriffslustig werden, vor allem, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen. Das bestätigt auch der Landesbetriebsleiter von Hessen Forst, Jörg van der Heide: „Zu beachten ist, dass Bachen mit jungen Frischlingen gegebenenfalls ein agressiveres, ihre Jungen beschützendes Verhalten zeigen.“

Keine aggressive Bachen im östlichen Landkreis

Dadurch könne es vorkommen, dass Wildschweine in besiedelte Gebiete vordringen. Jörg van der Heide: „Richtig ist, dass Wildschweine aufgrund der hohen Populationsdichten, ihrer guten Anpassungsfähigkeit an Lebensräume und ihrem nahezu flächendeckenden Vorkommen auch im besiedelten Bereich beobachtet werden, allerdings ohne, dass es zu aggressiven Verhaltensweisen gegen Menschen kommt.“ Auch Helmut Seitel, Leiter des Dieburger Forstamtes, gibt Entwarnung: „Uns sind im östlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg keine Fälle von aggressiven Bachen bekannt, auch wenn es wohl in Darmstadt-Kranichstein zu so einem Fall gekommen sein soll.“ Im Falle eines Aufeinandertreffens mit einer Bache rät Seitel: „In jedem Fall Ruhe bewahren und nicht wegrennen. Das Wildschwein könnte dies als Provokation empfinden. Wer im Wald spazieren geht, sollte auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Wer einen Hund hat, sollte ihn an der Leine führen.“

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