Jahresbilanz am Frankfurter Flughafen

Zoll entdeckte 2015 sieben Tonnen der Kaudroge Khat

Ein Beamter zeigt die Schutzwesten, die der Zoll bei seiner Arbeit tragen muss. 2015

Frankfurt – Die Kaudroge Khat ist auf dem Vormarsch. Dies geht aus der großen Jahres-Bilanz des Flughafen-Zolls aus Frankfurt hervor, die in dieser Woche vorgestellt wurde. Von Oliver Haas

Acht Tonnen Rauschgift wurden im vergangenen Jahr vom Zoll am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt. Das ist das erstaunliche Ergebnis aus der Jahresbilanz des Flughafen-Zolls. Hauptgrund dafür: Die vor allem in ostafrikanischen Ländern beliebte Kaudroge Khat. 7,78 Tonnen haben die Beamten davon sichergestellt.

Das hat der Zoll-Frankfurt bei Kontrollen 2015 alles beschlagnahmt

Das sind die Zoll-Funde am Flughafen Frankfurt 2015

Der Leiter des Frankfurter Zolls, Albrecht Viethin, sieht vor allem geänderte europäische Verkehrswege der Drogenschmuggler als Grund für die massive Steigerung gegen über 2014, als lediglich 198 Kilo von der luftgetrockneten Droge geschmuggelt wurden. Er sagte jedoch auch, dass die Hauptgründe der großen Zunahme der Kaudroge noch weitestgehend unbekannt seien.

Bei den härteren Drogen liegt Kokain weit vorne. 144 Kilogramm konnten die Beamten im vergangenen Jahr sicherstellen. Zudem wurde der Schmuggel von 33 Kilo Heroin verhindert.

Insgesamt wurden 1658 Personen wegen Drogenschmuggels aufgegriffen und davon 135 Drogenkuriere vorläufig festgenommen. Darunter waren zwölf sogenannte Schlucker, die das Rauschgift im Körper transportierten.

Video: Zoll-Hund "Kira" zeigt ihr Können auf der Pressekonferenz

Aber auch auf ungewöhnliche Fundorte wie Musikverstärker, Springseile und sogar auf Drogen in Brustimplantaten stießen die Beamten.

Geld stinkt nicht, Kira findet´s trotzdem.

Gegen Marken- und Produktpiraterie wurde durch die Beschlagnahmung von mehr als 260.000 Waren vorgegangen. Kleidung, Uhren, Sonnenbrillen und knapp 155.000 gefälschte Tabletten befanden sich darunter. Laut Vieth handelte es sich dabei überwiegend um Potenzmittel aus China. Doch nicht nur gefälschtes Viagra, sondern auch Dopingmittel und Anabolika wurden vor allem aus Osteuropa geschmuggelt.

Zudem wurden über 8500 lebende Tiere und Pflanzen vom Zoll bei der Grenzkontrolle aus dem Verkehr gezogen, aber auch viele tote Tier wie getrocknete Seepferdchen. Quicklebendig waren hingegen 14 Vogelspinnen aus Mexiko. Sie waren in einem Frachtpaket an einen deutschen Sammler unterwegs. Auch zahlreiche Waffen wie im Gürtel versteckte Mini-Messer wurden beschlagnahmt.

Bei der Einfuhr von Bargeld hatte der Zoll in rund 2500 Fällen etwas zu bemängeln. Dafür wurde unter anderem Bargeldspürhund Kira eingesetzt. Die Schäferhündin kann unterschiedlichste Bargeldsorten erschnüffeln. Sie ist eine von 32 Hunden, die für den Zoll im Einsatz sind.

Fotos: Die Verstecke der Drogen-Schmuggler

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