Gilt auch für freilaufende Hauskatzen

Katzen-Kastrationszwang ist Gesetz! Darmstadt folgen weitere Städte

+
Aufgepasst! Freilaufende Katzen müssen in Darmstadt kastriert werden – andere Städte werden folgen
  • schließen

Region Rhein-Main – Darmstadt macht es vor, jetzt könnten zahlreiche Städte nachziehen: Die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ist Gesetz. Der EXTRA TIPP hat nachgefragt. Von Angelika Pöppel

Schätzungsweise streifen zwei Millionen heimatlose Katzen durch Deutschlands Parks, Parkhäuser, Hinterhöfe und Gartenanlagen. Dazu kommen noch Hauskatzen, die ins Freie dürfen – sogenannte Freigänger. Um die extreme Vermehrung der Tiere aufzuhalten, hat Darmstadt als erste Stadt in Hessen die Kastrationspflicht eingeführt. Schon seit Jahren wird das Problem in Städten und Gemeinden diskutiert, gescheitert sind die Anträge immer an der Gesetzeslage. So auch in Roßdorf: Bereits 2012 wollte die Kommune in Punkto Katzen-Kastration Vorreiter sein. Doch erst im Juli 2013 hat die Bundesregierung, mit dem neu eingefügten Paragraph 13b im Tierschutzgesetz, die Länder ermächtigt, Maßnahmen anzuordnen, welche die Population freilebender Katzen kontrollieren können. Darunter fallen auch die Freigänger. „Nachdem Darmstadt das Gesetz eingeführt hat, wird das Thema auch bei uns wieder aufgenommen“, sagt Christel Sprößler, Bürgermeisterin von Roßdorf.

Roßdorf und Dreieich versuchten es bereits 2012

Auch die Stadt Dreieich musste 2012 einen entsprechenden Antrag wieder zurückziehen. „Im September diesen Jahres werden die Stadtverordneten dann über die Kastrationspflicht entscheiden können“, sagt Thomas Müller vom Magistrat.

Aufgrund der Gesetzeslage werden weitere Städte und Kommunen folgen. Das begrüßen vor allem Tierschützer und auch der Katzenschutzverein in Frankfurt, der sich seit Jahren für die Kastrationspflicht einsetzt. „Wenn sich die Besitzer an die Pflicht halten, kann in der Tat die Population eingedämmt werden“, sagt Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzvereins. Allerdings nur auf lange Sicht. Zudem wird den Tierschützern die Arbeit durch das chippen erleichtert: Gekennzeichnete und gemeldete entlaufene Katzen können so leichter dem Besitzer zugeordnet werden.“

Katzen müssen gechippt werden

Damit die Besitzer in Darmstadt ihre Katzen für 20 bis 25 Euro auch tatsächlich chippen lassen, will die Stadt gemeinsam mit Tierärzten und Vereinen zunächst informieren. In wenigen Wochen sollen dann auch Kontrollen an bestimmten Hotspots stattfinden, von denen bekannt ist, dass sich dort regelmäßig mehrere, auch freilaufende Katzen aufhalten. Dann kann eine Strafe von bis zu 1000 Euro drohen.

Mehr zum Thema

Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

E-Mail:angelika.poeppel@extratipp.com

Kommentare