Katholischer Priester: Erst wollte er Sex, dann wurde er beraubt

Frankfurt – Radoslaw H. (30) und sein Freund Tomas hatten in Italien keine Arbeit mehr gefunden. Die beiden Polen versuchten ihr Glück in Frankfurt. In einem Park in der Nähe vom Frankfurter Hauptbahnhof kamen der Lkw-Fahrer Radoslaw H. und sein Kumpel am 21. August 2002 ins Gespräch mit Oscar Eduardo D. (66), einem katholischen Geistlichen aus Guatemala, der in einer Gemeinde in Eckenheim tätig war. Sieben Jahre später bekam der Pole drei Jahre Haft und musste der Priester vor dem Frankfurter Landgericht zugeben, ihn sexuell belästigt zu haben. Von Klaus Reimann

Der Spanier versprach den Polen Unterkunft in seiner Wohnung. Oscar Eduardo D. damals weiter: „Ich kann euch Arbeit besorgen.“ Die Polen kamen mit ihm mit nach Hause.

Nach ein paar Tagen richtete der Priester zum Geburtstag von Radoslaw ein Geburtstagsfest mit Essen und Wodka aus. Doch die beiden Polen merketen bald, dass sie keine Arbeit vermittelt bekamen. Vielmehr wollte der Gastgeber Sex mit ihnen. Besonders betatschte er den Po von Tomas, vor Gericht gab er zu, dass es auch zum Körperkontakt gekommen sein soll.

Die Polen wussten sich zu wehren. Sie holten aus der Küche Klebeband, warfen den Spanier zu Boden, fesselten ihn und verklebten anschließend seinen Mund. Mit Tritten und Schlägen zwangen sie ihn, seine Pin-Nummer herauszugeben. Dann nahmen sie seine Geldbörse mit 40 Euro, türmten Tische und Stühle über ihn und flüchteten. Im Anschluss hoben sie 500 Euro von dem Konto des Geistlichen ab.

Während der Küster den Gottesmann befreite, setzten sich die beiden Täter bereits nach Polen ab. 20 Tage musste der Geistliche, der in der Zwischenzeit in Spanien lebt, nach der Tat im Krankenhaus bleiben. Sieben Jahre dauerte es, bis der polnische Staat Radoslaw H. endlich auslieferte.

Wegen dieser überlangen Verfahrensdauer und weil er keine Vorstrafen hatte, verurteilte ihn der Richter am Landgericht lediglich zu drei Jahren Haft wegen schweren Raubs, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

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