Sie kennt Seligenstadts süßeste Versuchungen

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Süßes Seligenstadt: Zuckerstückchen-Sammlerin Karin Rädel bunkert über 90.000 Zuckerstücke in ihrem Keller.

Seligenstadt – In Seligenstadt gibt’s nicht nur Sonntagstouristen und das schmucke Mainufer, sondern auch eine Frau mit einem kuriosen Hobby. Karin Rädel sammelt seit ihrer Kindheit Zuckerstücke in den vielfältigsten Arten. Von Mareike Palmy

Massenweise Zucker bunkert sie in ihrem Keller. Für Seligenstadt hat die Zuckerfrau jetzt sogar eine eigene Zucker-Serie entworfen.  Wenn allen Seligenstädtern der Zucker ausgehen würde, hätte Karin Rädel für jeden vier Stück parat. Die Zuckersammlerin bunkert in ihrem Keller einen Berg an Zucker. Seit ihrem achten Lebensjahr sammelt die Seligenstädterin das weiße Gold in Würfelform. Angefangen hat alles mit Mitbringsel vom Vater: „Er dachte, ich nasch den mitgebrachten Zucker weg, bis ich ihm dann meine Sammlung präsentierte“, erzählt Karin Rädel. Aus der kleinen Sammlung von damals sind mittlerweile über 90.000 Zuckerstücke geworden. Es würde Tage dauern, die alle zu zählen.

Rädels haben ein Zuckerzimmer

Im Keller der Familie Rädel gibt’s sogar ein extra eingerichtetes Zuckerzimmer. In Stecksystemen verstaut die 55-Jährige ihre riesige Sammlung, die nach unterschiedlichen Kriterien geordnet ist. Deutsche Städte von A bis Z, Tiere, Airlines, Bahnhöfe, unterschiedlichste Werbung, Sternzeichen und seltene Stücke aus der ehemaligen DDR sind unter den Bildchen. „Auf einem Tauschtag ist mal ein Stück aus meiner DDR-Sammlung geklaut worden“, sagt Karin Rädel, die immer noch verärgert über den damaligen Tag ist: „Es ist zwar nur ein Stück Zucker, aber für mich ist es wertvoll“. Aber es kommen immer wieder neue dazu.

„Manchmal verlier ich selbst den Überblick“, gesteht die Frau mit dem süßen Hobby. Täglich verbringt sie drei bis vier Stunden mit den Zuckerstückchen.

Seit Mai 2010 ist Karin Rädel sogar die erste Vorsitzende des Clubs der Zuckersammler Deutschlands und Freunde und veranstaltet regelmäßige Zuckertauschtage in Seligenstadt. „Ich wusste gar nicht, dass es noch mehr Verrückte gibt, wie mich“, erzählt die Zuckerexpertin.

Seligenstadt ist ein süßes Städtchen

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Karin Rädel hat natürlich auch eine Seligenstadt-Abteilung. Zucker mit Werbung alter Seligenstädter Geschäfte und bekannter Orte. Seit August gibt’s von Seligenstadt sogar eine eigene Zucker-Kollektion. Die hat Karin Rädel gemeinsam mit der Stadt kreiert. Die exklusive Serie zeigt Aufdrucke mit Orten der Stadt. Das Wasserschlösschen, die Klostermühle oder das Steinheimer Tor sind auf den kleinen Tüten zu sehen „Seligenstadt ist halt ein süßes Städtchen. Ich hatte schon lange die Idee dazu, die Stadt war auch gleich dabei, innerhalb von drei Wochen waren die Zuckertüten da und jetzt gibt’s die in der Touristeninformation zu kaufen“, sagt Karin Rädel.

Gesammelt wird, wo es nur geht. Und ihre Sammelwut reißt auch nicht ab. Schließlich könnten ja mal alle Seligenstädter ohne Zucker da stehen.

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