Oldtimer-Experte über Wertzuwachs

Kapitalanlage Oldtimer: Dividende ist der Fahrspaß

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Glinicke-Geschäftsführer Markus Bauer hat ein Auge für Fahrzeuge, die zum Mythos taugen und ist Experte für historische Porsche-Modelle.

Region Rhein-Main – Das Sparbuch bringt kaum Zinsen, der Immobilienmarkt ist aufgeheizt und die Welt der Fonds und Aktien spielt regelmäßig verrückt. Gründe, weshalb sich immer mehr Menschen auf das „Garagengold“ stürzen.

Von wegen Festgeldkonto, Sparbuch oder Aktien: Wer nach einer Alternative für Rendite sucht, dem raten Experten immer öfter in Garagen-Gold zu investieren: Tatsächlich haben Old- und Youngtimer verschiedener Fabrikate in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Wertzuwachs verzeichnet.

Markus Bauer, Geschäftsführer von Glinicke Classic Cars in Kassel, die auch einen Ableger in der Frankfurter Klassikstadt besitzen, kennt die Chancen und Risiken beim Erwerb eines solchen Schätzchens.

Porsche führt die Wunschliste an

Ein Mekka für Porsche-Liebhaber: Glinicke Classic Cars hat den Handel, Wartung und Restauration von historischen Fahrzeugen ins Blickfeld gerückt.

Beispiel: Ein Porsche 911 RS kostete in seinem Baujahr 1972 37.900 D-Mark, 20 Jahre später war er wieder das Gleiche wert, vor zehn Jahren musste man dann schon gut 60.000 Euro hinblättern. „Und heute sind die Modelle - einen guten, restaurierten Zustand vorausgesetzt - schon mal rund 215.000 Euro wert.“, sagt Bauer. Wichtig sei, dass man sich für Modelle oder Fabrikate entscheide, die zum Mythos taugen, die Emotionen wecken: „Denen man als kleiner Bub hinterher geschaut hat. In Deutschland führt Porsche ganz klar die Wunschliste an. Und da hat jeder seine Favoriten: Chrom oder Spoiler, Baujahr oder Leistung“, sagt Bauer der vor fast 30 Jahren an der Seite seines Vaters mit dem Handel historischer Porsche begonnen hat.

Aber muss es denn unbedingt ein Porsche, Ferrari oder Mercedes sein? Bauer: „Auch bei den klassischen Volkswagen-Modellen - vom Käfer, über Karman-Ghia bis zum Bus - gibt es Preiszuwächse und eine große Sammel-Leidenschaft. Allerdings sollte man sich nicht von jedem Modell eine drastische Wertsteigerung erhoffen.“

Vorsicht vor gefälschten Service-Heften

Wenn man sich für den Kauf eines Oldtimers entschieden habe, so rät der Fachmann auf die Seriosität des Anbieters zu achten. „Wo kommt der Wagen her? Was hat er für eine Historie? Denn im Zuge der steigenden Preise werden schon gerne mal Service-Hefte gefälscht, um lückenlose Werkstattbesuche zu belegen“, sagt Bauer. Risiken lauern stets bei technischen Mängeln gepaart mit versteckten Rost-Stellen. „Die können ein Schnäppchen schnell zum Euro-Grab werden lassen.“

Hat man seinen Traum-Wagen, soll man ihn nicht in der Garage vor sich hin stehen lassen, sondern fahren. „Erstens sind die Fahrzeuge dafür gebaut worden und würden unbewegt mehr Schaden davon tragen. Bei aller Euphorie über den etwaigen Wertzuwachs darf nicht vergessen werden: Die Dividende ist der Fahrspaß.“ vic

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