Es kann in die Hose gehen, muss aber nicht

Offenbach - Fremde Namen, unbekannte Gesichter - die Anhänger der Offenbacher Kickers müssen sich nach dem Abstieg nicht nur an eine neue Liga gewöhnen, sondern auch an eine komplett neu zusammen gestellte Mannschaft.

Der EXTRA TIPP sprach mit OFC-Fanbeauftragten Raffael Baccaro über die Stimmungslage in der Anhängerschaft.

Ganz viel Frust und sehr große Enttäuschung - so beschreibt Baccaro die Gefühlslage vieler OFC-Fans nach der niederschmetternden 0:3-Schlappe im entscheidenden Spiel in Osnabrück. Mittlerweile ist die Ernüchterung aber dem Hoffen auf einen Neuanfang und der Neugier auf die neuen Spieler gewichen. "Das wird eine relativ junge und entwicklungsfähige Mannschaft sein", meint Baccaro. An die neuen Spieler würden sich die Fans schnell gewöhnen, ist er sich sicher. Und außerdem: "Viele Fans sind froh, dass sie nach dem Osnabrück-Spiel einige Spieler auf dem Bieberer Berg nicht mehr sehen müssen", berichtet der Fanbeauftragte. Schade sei es allerdings, dass Spieler, die bei den Fans Vertrauen genossen haben, wie Thorsten Judt und Bastian Pinske, keine neuen Verträge bekommen hätten.

Große Hoffnung und Vertrauen setzen die Fans nach Ansicht von Raffael Baccaro auf den neuen, alten Trainer Hans-Jürgen Boysen. "Er hat schon zweimal bei den Kickers bewiesen, dass er eine Mannschaft aufbauen kann", erinnert der Fanbeauftragte. Dass es in der dritten Liga für den OFC nicht einfach wird, weiß Baccaro. "Ich glaube nicht, dass wir sofort um den Aufstieg mitspielen. Es kann sogar sein, dass wir auch gegen den Abstieg spielen", sagt er. Mit dem radikalen Neuanfang sind die Kickers jedenfalls ein Risiko eingegangen, "das auch in die Hose gehen kann."

Seiner Meinung nach werden zu den Drittligaspielen nicht unbedingt weniger Kickers-Fans kommen. "In den Regionalligazeiten sind auch 7000 bis 8000 Leute auf den Bieberer Berg gekommen. Das wird jetzt nicht anders sein", ist sich Baccaro sicher: "Wir müssen dem Team eine Chance geben." nkö

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