Am 3. März ist Weltag des Hörens

Lässt sich der Hörsinn schärfen?

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Region Rhein-Main – Pssst! Am kommenden Donnerstag, 3. März, ist der Welttag des Hörens. Auf eine ganz besondere Hörsinnes-Reise können Besucher seit 25 Jahren im Dialog-Museum in Frankfurt gehen. Der EXTRA TIPP reiste mit. Von Oliver Haas

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden 360 Millionen Menschen weltweit an Schwerhörigkeit. Und darüber hinaus schätzt die WHO, dass weltweit 1,1 Milliarden junge Menschen durch zu laute Nutzung von Smartphones oder MP3-Playern oder den Aufenthalt in sehr lauten Umgebungen in Gefahr geraten, auf dauer schwerhörig zu werden.

Um sensibler auf das Thema zu machen, findet deshalb immer am 3. März der Welttag des Hörens statt. An diesem Tag werden reichlich Aktionen wie kostenlose Hörtests von Hörgeräteakustikern angeboten. Es werden die neuesten Technologien vorgestellt, die Schwerhörigen den Alltag erleichtern. Auf der Seite www.welttag-des-hoerens.de werden die Kampagnen, Aktionen, des Tages sowie Infos zum Thema Ohr und Hören vorgestellt.

Hörgeräte fallen kaum mehr auf

Unterschätzt würden laut Experten immer wieder Geräuschquellen im Alltag. So können zu hohe Lautstärken schwere Hörschäden auslösen. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte warnen schon lange, dass in Clubs oder bei Live-Konzerten Lautstärken mit bis zu 100 Dezibel dröhnen. Das ist etwa so laut wie ein Presslufthammer in unmittelbarer Nähe. Die zu hohe Schalldruckbelastung führe zwangsläufig zu organischen Ohr-Schädigungen. Mit schwerwiegenden Folgen: Das Hörvermögen kann dadurch dauerhaft geschädigt werden. Eltern sollten daher sehr genau beobachten, auf welcher Lautstärke ihre Kinder die Geräte einstellen.

Die Hörtechnologie hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Heute bieten moderne Hörsysteme Komfortfunktionen wie etwa drahtlose Verbindungen mit dem Smartphone oder einem TV-Gerät, oder die automatische Unterdrückung von Wind und Störgeräuschen. Optisch können die Hörgeräteakustiker heutzutage mit unauffälligen Modellen punkten, wie etwa eine Integration des Systems in den Brillenbügel.

Selbsttest im Frankfurter Dialog-Museum

Eine gute Möglichkeit, seinen Hörsinn mit einer außergewöhnliche Reise auf die Probe zu stellen, bietet das Dialog-Museum in Frankfurt. Seit 25 Jahren führen hier Blinde durch Räume in denen es stockfinster ist. Und hierbei bekommt neben dem Tast- und Geruchsinn vor allem der Hörsinn eine besondere Bedeutung zu. EXTRA TIPP-Redakteur Oliver Haas konnte sich kürzlich bei einer Führung hautnah davon überzeugen, wie es ist, wenn einem im Dialog-Museum das Sehen plötzlich geraubt wird und der Hörsinn noch größerer Bedeutung erhält.

Die anfängliche Verunsicherung weicht schnell und das Vertrauen in das Hören wächst rasch. Erstaunlich: Die Rufe des blinden Museumsmitarbeiter können in der Dunkelheit mit Blindenstock zielgenau angesteuert werden. Kann man also tatsächlich besser hören, wenn man blind ist? Der Leiter des Museums Matthias Schäfer klärt auf: „Natürlich kann man seinen Hörsinn nicht schärfen. Wer eine physiologische Schädigung am Ohr hat, kann dies nicht durch Training verbessern. Aber das Richtungshören wird eindeutig geschärft.“

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