Stadt Frankfurt Jagd Kaninchen

Oster-Plage: Süße Langohren knappern unsere Parks kaputt

+
  • schließen

Region Rhein-Main – Wer auf die Suche nach dem Osterhasen geht, wird in den Parks schnell fündig: Hier hoppeln die Kaninchen zu tausenden herum. Doch weil sie dort große Schäden anrichten, lässt die Stadt Frankfurt sie mithilfe von Frettchen und Greifvögeln bejagen. Von Franziska Jäger

Ein Bussard hat ein Kaninchen gefangen.

Kommt der Osterhase nach Frankfurt, muss er sich ordentlich ins Zeug legen, um wieder gut zu machen, was seine Kollegen in Parks und auf Grünflächen so angerichtet haben. „In Teilen kann man von einer Plage sprechen“, sagt Bernd Roser, Leiter der Abteilung Grünflächen, mit Blick auf die stetig wachsende Kaninchenpopulation. Die graubraunen Wildkaninchen mit den kurzen Ohren und dem weißen Schwänzchen sind zwar niedlich anzuschauen, allerdings sorgen sie für erhebliche Schäden. Vor allem in schneereichen Wintern knabbern sie sich aus Nahrungsmangel durch die Rinden von Bäumen und Sträuchern. Die Pflanzen sterben, müssen neu gesetzt werden. Und in den Rasenflächen finden sich immer neu gegrabene Löcher. Nach einem strengen Winter könnten so in einem Park schon mal Schäden um die 15.000 Euro entstehen, sagt Roser.

Lesen Sie außerdem:

Dieser Osterhase ist der Größte

Bunte Ostern: Eierfärben mit Zwiebeln und Nagellack

Vor allem auf den großen Anlagen fühlen sich die Kaninchen wohl. In hohen Zahlen hoppeln sie durch Rebstock- und Ostpark sowie in den Wallanlangen. Dort sind die Lebensbedingungen günstig. „Das sind alles geschützte Bereiche mit wenig Fressfeinden, und auch Hunde sind verboten“, sagt Roser. Hinzu kommen die tierfreundlichen Parkbesucher, die die Kaninchen füttern.

Durch die milden Temperaturen und den ausbleibenden Schneefall seien die Kaninchen diesmal gut durch den Winter gekommen, vermutet er. Sie legen dann noch früher mit der Vermehrung los, und die kann beträchtliche Ausmaße annehmen: Zwischen 30 und 40 Jungtiere kann eine Kaninchenmutter laut Roser pro Jahr bekommen.

Kaninchen mit Frettchen und Bussarde bejagt

Um die Population auf verträglichem Maß zu halten und Krankheiten wie die Kaninchenpest einzudämmen, schickt die Stadt außerhalb der Wurfzeiten schon seit Jahren Jäger in die Parks. Die sind dort natürlich nicht mit dem Gewehr unterwegs. „Wir haben derzeit etwa 20 private Jäger, die eine naturnahe Jagd betreiben“, sagt Roser. Die Ausgänge der Bauten werden mit Fallen bestückt, dann treiben Frettchen die Kaninchen heraus. Mitunter kommen auch Greifvögel wie der Bussard zum Einsatz. Pro Jahr fangen die Jäger auf diese Weise bis zu 1200 Kaninchen. Viele werden verfüttert – oder landen in den Kochtöpfen der Jäger.

Wissen Sie wirklich alles über Ostern?

Das große EXTRA TIPP-Quiz: Testen Sie Ihr Oster-Wissen

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Mehr zum Thema

Franziska Jäger

Franziska Jäger

E-Mail:franziska.jaeger@extratipp.com

Kommentare