Winter schlägt aufs Gemüt

Dauer-Winter: Erbeeren frieren, Heizkosten steigen

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Noch im Winterschlaf: Hofheimer Landwirt Reiner Paul zeigt die braunen Erdbeerpflanzen auf seinem Feld.

Hofheim – Minustemperaturen und grauer Himmel – der Dauer-Winter schlägt nicht nur aufs Gemüt: Das Gemüse friert, die Heizung glüht und die Menschen in der Region kränkeln. An Ostern gibt es deshalb keinen Spargel und am Ende des Jahres droht die dicke Heizkostenabrechnung.Von Angelika Pöppel

Nicht nur auf die Sonne wird in diesem Jahr lange gewartet, sondern auch auf Erdbeeren, Spargel und anderes Obst oder Gemüse. An Ostern gibt es keinen heimischen Spargel auf den Tisch, weil der frostige Boden die Ernte auf Mitte April verschiebt. Auch ein paar wenige sonnige Tage können das Wachstum nicht beschleunigen. „Die Vegetation ist drei Wochen im Rückstand“, sagt Heinrich Stahl, Vorstandsvorsitzender vom Hessischen Gärtnerverband .

Erdbeeren noch im Winterschlaf

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Das spürt auch Landwirt Reiner Paul aus Hofheim. Seine braunen Erdbeerpflanzen sind noch im Winterschlaf. „Zwischen dem 15. und 20. Mai werden die Früchte erst erntereif sein“, sagt der 48-Jährige. Normalerweise pflückt er bereits Mitte April. Allerdings finden sich auf dem Feld von „Paul‘s Bauernhof“ auch strahlend grüne Pflanzen mit weißen Blüten. Grund: Sie gedeihen unter einem so genannten „Sonnentunnel“, der die Wärme der Sonne festhält. Die Tunnel-Erdbeeren sind – zwar eine Woche später als üblich – Ende April zu geniessen. Der Landwirt sieht die Situation dennoch gelassen: „Die Kälte hält in ganz Europa an und deshalb gibt es auch noch wenige Früchte aus dem Ausland.“Seit dem meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember hat die Sonne in Deutschland keine 100 Stunden geschienen. Damit ist dieser Winter der dunkelste seit über 40 Jahren. Schon jetzt mehr Krankheitsfälle als im vergangenen Jahr

Schon jetzt mehr Krankheitsfälle, als im vergangen Jahr

Und auch die Krankheitsausfälle liegen bei der Techniker Krankenkasse (TK) jetzt bereits über dem Niveau des gesamten vergangenen Jahres. „2012 gab es insgesamt 245 Grippefälle, seit Januar diesen Jahres sind bereits 1440 TK-Versicherte an der Grippe erkrankt“, sagt TK-Pressesprecherin Julia Abb. Allerdings handle es sich bei dem aktuellen Grippevirus um einen viel stärkeren als 2012. Das bestätigt auch DAK-Gesundheit- Pressesprecher Claus Uebel: „Die Anzahl der Krankschreibungen ist in diesem Jahr zwar höher, aber das liegt nicht an den langanhaltenden niedrigen Temperaturen.“

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Schuld an einer saftigen Heizkostenabrechnung am Ende des Jahres ist der Winter allemal. Aufgrund von Temperatur-Daten schätzt Ulrike Schulz, Pressesprecherin des Energieversorgers Mainova für diesen Winter vier bis fünf Prozent mehrEnergiebedarf als 2012. Wer zwischen November und März der Kälte trotzte, und die Heizung nicht aufdrehte, dem droht natürlich keine böse Überraschung.

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