Unterstützung mit Mikrokrediten

Soziale Hilfe statt satte Rendite - Jörg Wittig hilft im Senegal

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Blick auf den Taschenrechner: Jörg Wittig lässt sich in einem Eisenwarenladen im Senegal die Ertragssituation erklären.

Hattersheim – Jörg Wittig will Gutes tun. Und zwar mit seinem Geld. Der 54-Jährige investiert in die Genossenschaft Oikocredit, die mit Mikrokrediten Arme unterstützt, um die Armut zu bekämpfen. Von Dirk Beutel

Gerade ist Jörg Wittig aus dem Senegal zurückgekehrt. Dort hat er unter anderem eine neue Mangofabrik besucht, die von Oikocredit finanziert wurde. Sie wird von etwa 3500 Bauern beliefert, von denen noch vor ein paar Jahren, jeder für sich alleine gekämpft hat. Jetzt, gemeinsam, sind sie als Genossenschaft nicht nur an der Fabrik beteiligt, sie haben durch die Verarbeitungsmöglichkeit zahlungskräftigere Abnehmer gefunden und dadurch ihren Gewinn um ein vielfaches gesteigert. Hilfe zur Selbsthilfe nennt Wittig das Prinzip der Mikrokredite.

Verzicht auf eigene Rendite

Seit einem Jahr arbeitet der Hattersheimer, der seit zwei Jahren als Berater in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist, im Vorstand des Förderkreises Oikocredit Hessen-Pfalz. Seine Aufgabe: Vermittlung der Idee von Mikrokrediten und das Überwachen, ob die von Oikocredit gesetzten sozialen Ziele bei den Investitionen erfüllt werden. „Ich wollte schon immer mit meinem Geld etwas bewirken. Da verzichte ich lieber auf ein paar Prozent Rendite von einer großen Bank, habe aber mit meinem Kapital zum Beispiel jemanden geholfen ein Geschäft zu eröffnen oder Saatgut zu kaufen.“ Trotzdem: Auch Oikocredit verspricht seinen Anlegern eine Rendite. Bescheidene zwei Prozent, die bislang immer ausgeschüttet werden konnten. Und das, obwohl die Mikrokredite, an arme Menschen in unterentwickelten Ländern gehen, die häufig keine Sicherheiten bieten können.

In fast 70 Ländern der Welt unterstützt die Genossenschaft Partnerorganisationen bei der Finanzierung, Landwirtschaft und dem Fairen Handel mit Darlehen und Kapitalbeteiligungen. Die Genossenschaft wurde 1975 auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen gegründet.

Auch Spenden sind wichtig

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Dabei wird Wittig nicht müde zu betonen, dass das System der Mikrofinanzierungen keine Konkurrenz zu Spenden sind: „Es braucht unbedingt beides. Wir sind vielmehr eine Alternative zum klassischen Sparen.“ Eine Alternative die sich selbst klare Regeln zu Finanzierungsprojekten gesetzt hat. Dazu gehören etwa Projekte, die Arbeitsplätze und Einkommen für wirtschaftlich benachteiligte Menschen schaffen, an denen maßgeblich Frauen beteiligt sind, die auf Umweltverträglichkeit achten.

Wer mehr über Mikrokredite oder Oikocredit wissen möchte kann sich beim Förderverein Hessen-Pfalz unter  (069) 74221801 informieren.

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