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Bad Homburg: Einsatz für die Kurstadt

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Jörg Hölzer an seinem Schreibtisch, an dem immer wieder neue Ideen entstehen.

Bad Homburg – Jörg Hölzer ist ein Mensch, der vor Ideen nur so sprudelt. „Manchmal sagt man mir, ich solle halblang machen, weil sich nicht so viel umsetzen lässt, wie mir einfällt“, sagt der 55-Jährige Versicherungskaufmann und lacht. Von Ingrid Zöllner

Eins steht fest: Wenn der Bad Homburger etwas anpackt, dann mit viel Energie und dem Gedanken, der Kurstadt etwas Gutes zu tun.

Seit 1995 ist Hölzer Mitglied in der Aktionsgemeinschaft Bad Homburg. „Angefangen habe ich als passives Mitglied. 1998 wurde ich gefragt, ob ich den Posten als Schatzmeister übernehmen könnte“, erzählt der 55-Jährige, der einwilligte. Jedoch war in dieser Zeit das Aktionsbündnis stark zerrissen, so dass Hölzer bei einer Neuwahl die Mitglieder 1999 vor ein Ultimatum stellte. „Ich hatte mir zuvor ein Team aus fünf Leuten zusammengesucht, mit denen man gut arbeiten kann. Dann haben wir gesagt, entweder werden wir alle gewählt oder wir nehmen keinen Posten an“, erzählt Hölzer. Die fünf kamen in den Vorstand, der Umbruch in der Aktionsgemeinschaft stand an.

AG als Bindeglied zwischen Stadt und Wirtschaft

„Erst danach war ein richtiges Arbeiten möglich“, sagt der Bad Homburger, der seitdem Vorsitzender ist. Die Aktionsgemeinschaft Bad Homburg ist ein Gewerbe-/Werbeverein, die das direkte Bindeglied zwischen Stadt und Wirtschaft bildet. In der Initiative Innenstadt zum Beispiel will die AG die Einkaufsstraße auf Vordermann bringen. „Dazu zählen die Sauberkeit des Pflasters, Fassaden-Vorschläge, Empfehlungen an Vermieter für den richtigen Branchenmix“, zählt Hölzer auf. Der AG-Vorsitzende sorgte auch dafür, dass es in der Stadt eine Kernöffnungszeit der Läden von zehn bis 19 Uhr gibt. „Das macht die Attraktivität eines Standortes aus, schließlich müssen wir auch mit Einkaufszentren konkurrieren.“

Auch viele Veranstaltungen gehen auf das Konto des 55-Jährigen. Gleich in seinem ersten Jahr als Vorsitzender ließ er mitten in der Stadt eine Eisbahn aufbauen. „Das kam sehr gut an, so dass wir die Aktion 2000 wiederholt haben“, berichtet er. Bis heute gab es die Eisbahn viermal. „Man darf manche Dinge nicht überstrapazieren, sonst wird es langweilig“, ist seine These. Den romantischen Weihnachtsmarkt am Bad Homburger Schloss gab es gerade zwei Jahre, als er diesen komplett umkrempelte. „Der zählt inzwischen zu den 30 schönsten in Deutschland“, erzählt Hölzer stolz, der Vater dreier Töchter ist.

Einzelinteressen müssen zurückstehen

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Die Arbeit als ehrenamtlicher AG-Vorsitzender gleicht einem Fulltime-Job, daher stehen dem Bad Homburger zwei Helferinnen in der Geschäftsstelle zur Seite. „Dieses Amt funktioniert nur, weil ich Unterstützung habe. Dass beide Vollzeit beschäftigt werden, habe ich in Gesprächen mit der Stadt erreichen können“, sagt Hölzer. Nina Grosser leitet die Geschäftsstelle in der Saalburgstraße 30 und ist seit zehn Jahren im Team. „Als Einheit ist man stärker. Damit eine Stadt vorankommt, müssen Einzelinteressen zurückstehen.“

Tipp: Am heutigen Sonntag findet das Bad Homburger Weinfest mit 70 Winzer- und Gastronomie-Ständen und drei Bühnen mit Musik statt. Zudem sind die Läden von zehn bis 18 Uhr geöffnet.

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