Neuer Tarif verbindet Frankfurt und Offenbach

Jetzt offiziell! Das RMV-Nachbarschaftsticket kommt

+

Region Rhein-Main – Jetzt ist es amtlich: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) führt einen entfernungsbasierten Tarif, voraussichtlich ab April 2016 ein. Der EXTRA TIPP hat über das Nachbarschaftsticket exklusiv in der vergangenen Ausgabe berichtet.

Zahlreiche Zeitungen und Fernsehsender zogen nach. Jetzt tagte der Aufsichtsrat und bestätigte die Einführung des sogenannten Nachbarschaftstickets. Laut RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, handele es sich um ein System wie beim Taxi. Im Grundpreis koste die RMV-Fahrt einmalig 1,69 Euro. Jeder weitere Kilometer schlage dann mit 20 Cent im städtischen Bereich und mit zehn Cent auf dem Land zu Buche. Dem Verbund zufolge betrifft dies die schnellen Verkehrsmittel Regionalzug, S-Bahn und U-Bahn. Für Fahrten mit Bus oder Straßenbahn setzen sich die Preise aus einem Grundpreis und einer Pauschale zusammen. Letztere orientiert sich laut RMV daran, wie groß die Stadt oder der Ort ist.

Zunächst solle das Modell mit einer Ticket-App für Mobiltelefone erprobt werden. Der Pilotversuch sei auf drei Jahre angelegt.

Mit den neuen Tarifen rücke die Region noch enger zusammen, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister und Vorsitzende des RMV-Aufsichtsrates, Peter Feldmann (SPD). „Nehmen wir nur das Beispiel Frankfurt – Offenbach: Die bisherigen Preissprünge an den Tarifzonen- und Stadtgrenzen sind auf immer größeres Unverständnis gestoßen.“ Wer eine lange Strecke innerhalb einer Tarifzone fahre, zahle heute an manchen Stellen weniger als jemand, der auf einer kurzen Strecke eine Zonengrenze überquere, sagte Feldmann. Das passe nicht mehr zum Mobilitätsverhalten der Menschen in der Region. Den Angaben zufolge ist der RMV der erste Verkehrsverbund in Deutschland, der nun ein solches neues Preismodell in einem solchen Umfang ausprobiert.

rz/dpa

Mehr zum Thema

Kommentare