Jedes Jahr finden sie noch 200 Tonnen Kriegs-Bomben

Region Rheinmain - Vergangene Woche Dienstag, 15.15 Uhr, ein Waldgebiet in der Nähe der Offenbacher Aulemannstraße, in der Nähe der Autobahnbrücke: Ein Spaziergänger findet einen länglichen Stab. Der Mann reagiert richtig und sichert somit sein Leben. Denn er fasst nichts an und ruft die Polizei.

Die erkennt: Es handelt sich um eine britische Stabbrandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.br /Für Gerhard Gossens, Chef des beim Regierungspräsidium Darmstadt ansässigen hessischen Kampfmittelräumdienstes, ein klarer Fall eines Fehlwurfes. "Wir besitzen Karten der Alliierten. Sie haben alle ihre Bombenabwürfe fotografiert. Daher wissen wir ziemlich genau, in welchen Gebieten besonders viel Munition liegt", erklärt er. Doch es gab auch Fehlwürfe und um einen solchen handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit in dem jüngsten Offenbacher Fall. Solche Munition wird nur durch Zufall gefunden.br /Anders ist es in größeren Städten. "Wenn da schon mal für einen Bau eine Grube ausgehoben wurde und man hat nichts gefunden, kann man sicher sein, dass das Haus nicht auf Bomben gebaut ist", sagt der Bombenentschärfer und ergänzt: "Jeder Investor, der in einer Stadt an einer Stelle baut, wo noch nicht gebaggert wurde, ruft uns an. Wir geben Auskunft, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dort Bomben liegen. Grundsätzlich gilt: Wir geben nur auf gezielte Anfrage Auskunft."br /Wenn es sich um ein "Bombengebiet" handelt, wird eine Firma beauftragt, die die Munition freilegt. Gossens und seine Truppe entschärfen dann die Kriegsbomben und transportieren sie ab. Doch der Experte warnt: "Nur ein paar Meter weiter kann alles bombenverseucht sein."br /50 bis 80 Bombenblindgänger pro Jahr findet der Kampfmittelräumdienst in Hessen. Pro Jahr sind es rund 200 Tonnen Bomben, die der Boden freigibt. In einer geheimen Anlage in Mittelhessen wird der Sprengstoff vernichtet. Gossens: "Wir gehen davon aus, dass die Zahl von 100 bis 200 Tonnen pro Jahr in den nächsten zehn Jahren anhält."

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