August-Gräser-Schule

Schwanheimerin lehrt Grundschülern den Jazz

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Spaß am Jazzen haben alle 62 Kinder der August-Gräser-Schule. Musiklehrerin Barbara Stäckel begleitet am Flügel.

Frankfurt – Jazz ist schwierig und anspruchsvoll. Das dachte sich zunächst auch Barbara Stäcker. Doch dann schaffte die Schwanheimer Musiklehrerin etwas, das sie selbst anfangs nicht für möglich gehalten hätte. Von Ingrid Zöllner

Es war eine Ausschreibung der Frankfurter Stiftung Polytechnische Gesellschaft, auf die Stäcker aufmerksam wurde. „Wenn man sich mit einem Jazz-Projekt beteiligt, konnte man Geld bekommen“, erzählt die Grundschullehrerin, die an der August-Gräser-Schule Musik, Deutsch und auch Französisch lehrt. Jazz schien ihr für Grundschüler zu anspruchsvoll, auch fehlten dafür die Bläser. Daher wanderte der Gedanke erst einmal wieder in den Hintergrund. Doch dann erlebte sie auf dem Museumsuferfest 2012 eine Jugend-Bigband. „Da habe ich mir gedacht, was die können, das kriegen wir auch hin. Also habe ich mich doch beworben und ein Konzept ausgearbeitet“, erzählt die 51-Jährige, die viel mit der Jugend-Musikschule in Schwanheim zusammenarbeitet.

Beim Jazz könne man nichts falsch machen

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Drei Klassen mit insgesamt 62 Kindern sind Bestandteil des „Bonsai-Jazz“. Die August-Gräser-Schule ist übrigens die einzige Grundschule in Frankfurt mit besonderer musikalischer Förderung. Diese Auszeichnung hat ihr das Land Hessen verliehen. 80 Prozent der Grundschüler spielen ein Instrument. Stäcker ist es wichtig, dass die Schüler einen Zugang zur Musik finden. „Bei dem Jazzprojekt sollten sie lernen, innerhalb rhythmischer Muster selbst zu improvisieren“, erklärt die Schwanheimerin, die selbst Klavier, Flöte, Gitarre, Laute und Orgel spielt. Zum Einsatz kommen neben der Stimme auch Instrumente, die der Schule zur Verfügung stehen. Dazu gehören auch Kazoos, die das Saxofon ersetzen sollen. „Ich schreibe die Arrangements und setzte sie mit den Kindern um. Es gibt ein Grundthema, der Takt ist vorgegeben“, erzählt die Musiklehrerin. Und das klappt überraschend gut. Selbst das Improvisieren stellt für die Mädchen und Jungen kein Problem dar. Einige Schüler übernehmen Soloeinlagen, die sie komplett selbst gestalten – mit großem Erfolg. „Im Jazz gibt es kein richtig oder falsch, das ist das Schöne daran“, findet Stäcker.

4500 Euro Förderung

Kein Wunder also, dass dieses Projekt 4500 Euro von der Polytechnischen Gesellschaft erhielt, deren neuer Flyer ein Foto des „Bonsai-Jazz“ ziert. Mehrere Auftritte haben die Kinder schon hinter sich, viele in der Schule selbst, dazu noch beim Hessischen Rundfunk, der Brotfabrik und in der Musterschule. Das Projekt endet, wenn die Kinder die Schule verlassen. „Aber ich werde es in jedem Fall bei den anderen Klassen zumindest in Teilen einbringen“, sagt die Schwanheimerin, die auch dieses Jahr wieder bei der Ausschreibung mitmachen möchte.

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