Spielbank Bad Homburg wird 175 Jahre alt

40 Jahre Casino: Croupier Lothar Braum erzählt vom Glück

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Am Roulettetisch hat Croupier Lothar Braum in den 40 Jahren viel erlebt. 

Bad Homburg – Glückwunsch! Die Homburger Spielbank feiert am 23. Mai 175. Geburtstag. Saalchef Lothar Braum steht schon fast ein Drittel der Zeit an den Tischen, die Gästen Glücksgefühle und viel Frust bescheren können. Von Oliver Haas.

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Jaaaaaaa. Ein Freudenschrei schallt durch die Spielbank. Irgendwer muss einen großen Geldbetrag gewonnen haben. Für Lothar Braum sind es solche Momente, weshalb er seinen Beruf liebt. Vor 40 Jahren erfüllte sich der heute 62-Jährige den Traum vom Croupier in Bad Homburg. „Mich hat dieser Flair nachts zu arbeiten fasziniert.“ Seit 15 Jahren ist er Saalchef. Als alter Hase könnte er als Croupier jederzeit einspringen. Auch bei einer anspruchsvollen Spielsituation mit zehn oder mehr Spielern am Tisch würde er souverän die richtigen Jetons an den Gast schieben – oder eben Richtung Casino-Bank. Das war nicht immer so. „Peinlich war, als plötzlich die Kugel aus dem Kessel geflogen ist und auf dem Boden landete.“ Und einmal spürte er in jungen Croupier-Jahren im Nacken den heißen Atem des Spielleiters. Der tippte ihm auf die Schulter und signalisierte, dass er den Tisch wechseln soll. Er sei schlicht überfordert gewesen. „Sowas kommt bei Anfängern schon mal vor, aber war mir sehr peinlich.“

Diskretion ist oberstes Gebot für die Mitarbeiter der Spielbank. Braum lässt sich nicht entlocken, welche Promis im edlen Casino am Kurpark Film- oder Musikergagen verzocken oder durch Fortuna Geld gewinnen.

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Durch Online-Casinos, kleine Automaten-Casinos und dem Sportwetten-Markt sei generell alles viel umkämpfter, als noch vor 40 Jahren. Laut Braum hat sich ebenso das Spieler-Klientel gewandelt. „In unser Haus kommen bedingt durch Messen viele ausländische Gäste.“ Japaner und Thailänder seien eher zurückhaltend. Chinesen würden dagegen oft offensiv spielen. „Die fackeln nicht lange und setzen nicht nur kleine Beträge. Und erstaunlich, welche Kondition die mitbringen.“ Nach und vor einem anstrengenden Messetag würden viele aus dem Reich der Mitte stundenlang bis frühmorgens ihr Glück an den Spieltischen suchen. „Und Südländer sind auch am Roulette-Tisch stets temperamentvoll“, so Braum. Und auch nach 40 Jahren kann er es oft kaum fassen, wie brutal der Zufall zu den Gästen sein kann. „Es gibt Leute, die spielen stundenlang eine Zahl und werden immer wieder enttäuscht. Gehen kurz auf die Toilette – und sehen nach ihrer Rückkehr auf dem Monitor, dass die Zahl in ihrer Pause gleich zweimal getroffen wurde.“ Vor allem, wenn die Gäste schon viel verloren haben, können Emotionen dann hochkochen. Manchmal werden Vorwürfe laut, dass der Croupier wisse, auf welche Zahl die Kugel fällt. „Ich kann versichern, er weiß es nicht. Andernfalls hätte ich längst irgendwo mein Haus und Schiff“, sagt Braum lachend. „Und weil Kameras alles aufzeichnen, lassen sich Manipulationsvorwürfe gut aufklären.

Der schrille Schrei gehörte übrigens einer Dame, die ihren Junggesellinnen-Abschied feierte. Einen Zwei-Euro-Jeton hatte sie auf eine Zahl gesetzt, die ihr 70 Euro in die Hochzeitskasse spülte. „Auch wenn es ein kleiner Gewinn war, fand ich es so toll, wie sich jemand über einen kleinen Betrag so euphorisch freuen kann“, so Braum.

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