100 Jahre altes Hobby: Frankfurter babbeln englisch im Verein

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Seit zwölf Jahren ist Computerexperte Peter Bertham (karriertes Hemd) Vereinsmitglied im „English Speaking Club“. Sie treffen sich jeden Dienstag im Vereinshaus am Dornbusch und sprechen English.

Frankfurt – Ob Hausfrau, Rentner, Computerexperte oder Student – im „English Speaking Club“ trifft sich eine kleine Multikulti-Gemeinschaft seit über 100 Jahren, um ihr Englisch aufzupolieren. Von Angelika Pöppel

„Hier kann jeder seinen Senf dazu geben“, sagt Hausfrau Elisabeth Mühl aus Frankfurt. Aber nur auf Englisch. Leiter Nigel Assen ist in England aufgewachsen, arbeitete in Frankfurt bei einer amerikanischen Versicherungsfirma und hält den Club im hohen Alter von 86 Jahren am Leben. Deutsche, die lange im Ausland lebten, gründeten 1894 den Verein in Frankfurt.

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Elisabeth Mühl ist seit drei Jahren Mitglied und konnte auch ihre Tochter Nina Mühl begeistern. Die 28-jährige Studentin kann es sich nicht leisten, ins Ausland zu reisen oder an teuren Seminaren teilzunehmen. Deshalb besucht sie regelmäßig den Club im Vereinshaus am Dornbusch. Es spiele keine Rolle, wie gut oder schlecht die Besucher die Sprache sprechen.

Die Mitglieder sind 20 bis 70 Jahre alt und aus den verschiedensten Ländern: Der 25-jährige Student aus der Ukraine, der seit zwei Jahren an der Frankfurter Goethe-Universität studiert, der deutsche Computerexperte und auch der 68-jährige Professor aus Amerika im Ruhestand – alle kommen zusammen, um die Sprache nicht zu verlernen und ungezwungen zu sprechen. Der bunt zusammen gewürfelte Haufen diskutiert über den Dioxin-Skandal, das Waffengesetz in Amerika oder den Sturz des tunesischen Präsidenten, Hauptsache auf Englisch. Einmal im Monat treffen sie sich auch zum Stammtisch in Bockenheim. Ob jung oder alt, jeder ist willkommen“, sagt Nigel Assen stolz.

Mehr Informationen erhalten sie per Email: escffm@yahoo.de.

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