Eppstein

Singender Jäger haucht Wanderliedern neues Leben ein

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Der singende Jäger Manfred Ernst in seinem Element: Hinter den Tasten seines Keyboards .

Eppstein – Wer wandert, der singt. Von wegen. Singen ist längst zum Zwang verkommen, meint der Jäger Manfred Ernst und will diesem unliebsamen Trend entgegenwirken: Mit traditionellen Jagd- und Wanderliedern, denen das Showtalent neues Leben eingehaucht hat. Von Dirk Beutel

Endlich er ist da: Der langersehnte Frühling. Die Menschen zieht es nach draußen. In die Cafés, an die Seen und in die Wälder. Vor allem die Wanderer schnalzen bei wärmeren Temperaturen die Zunge, schnüren die Schuhe und den Rucksack. Aber was ist mit der Unterhaltung? In der Historie sind Wanderer eigentlich bekannt für ihre Lust zum Singen. Aber ist dem überhaupt noch so?

Wanderer singen nicht mehr

„Sehr selten“, sagt Monika Schunck, Vorsitzende des Taunusklub Bad Soden: „Es fehlt jemand, der etwas anstimmt, der für die Stimmung sorgt.“ Ihr Amtskollege im Taunusklub Bad Homburg bestätigt: „Es ist schade, aber ich habe es noch kein einziges Mal erlebt, dass jemand beim Wandern ein Lied singen wollte. Dabei wäre es schön und angebracht“, sagt Jürgen Trenkler.

„Singen ist längst zu einem gesellschaftlichen Zwang geworden“, sagt Manfred Ernst. Er ist Sänger und passionierter Jäger. Naturverbunden und ein Unterhalter. Ob Schlager, Charthits oder eben Wanderlieder – seine Welt ist die Musik. „Es gibt viele jagd- und wanderbeflissene Menschen. Nur bleibt die Musik ein Nebenprodukt.“

Mit Wanderliedern ins Musikantenstadl

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Früher als Bandleader der siebenköpfigen Pepitas Showband war er mit Schlagergrößen wie Bata Illic oder Cindy und Bert zusammen auf Tournee, heute ist er als Sänger mit Keyboard und Akkordeon auf Solopfaden und Band unterwegs und hat in dieser Zeit sein Repertoire erweitert: Zu den Hits der Beatles oder Jürgen Drews reihen sich jetzt Schmankerl wie „Mädel´ halt die Röcke fest“, der „Wildbretschütz“ oder das „Taunuslied“ ein – historische Jagd- und Wanderlieder, die der Bremthaler auf einer CD arrangiert und interpretiert hat.

Mit diesen traditionellen Jagd- und Wanderliedern hat er es ins Musikantenstadl geschafft und trat beim Volksfest der Volksmusik auf. Doch Ernst betont, dass es sich bei seinen Jagd- und Wanderliedern nur um ein Nebenprojekt handelt. Sein Hauptaugenmerk gilt weiterhin den Galas, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Schützenfesten und Faschingsveranstaltungen, bei denen er als Entertainer für gute Unterhaltung sorgt.

Warum also nun Wanderlieder?: „Die Musik und das Singen verbindet die Menschen und bringt Freunde. Wird Zeit, dass das wieder belebt wird.“

Mehr Informationen über Manfred Ernst gibt es auch im Internet auf www.musik-mit-manfred.de.

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