Islamistischer Hintergrund

Nach Bombenfund: Oberurseler Ehepaar weiter unter Verdacht

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Vor drei Monaten fanden Beamte die Bombe in der Oberurseler Wohnung.

Oberursel - Drei Monate nach dem Bombenfund in Oberursel bei Frankfurt wird weiter gegen ein mutmaßlich islamistisches Ehepaar ermittelt.

Die 35 Jahre alte Frau war zwar Anfang Juli aus der Untersuchungshaft entlassen worden, gegen sie werde aber weiter ermittelt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niessen. Ihr gleichaltriger Mann sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Welche Angaben er gemacht hat, sagt die Behörde nicht, um ihre Ermittlungen nicht zu gefährden.

Der Deutschtürke und die Türkin waren in der Nacht zum 30. April in ihrer Wohnung festgenommen worden und werden verdächtigt, einen Bombenanschlag geplant zu haben. Das Radrennen um Frankfurt am 1. Mai war deshalb wenige Stunden vor dem Start abgesagt worden. In der Wohnung fand die Polizei die Bombe, Waffen, Munition und Chemikalien. Außerdem wurden 24 000 Euro sichergestellt.

Die Strafverfolgung von Frauen im Zusammenhang mit islamistischen Terror sei besonders schwierig, "selbst wenn sie beteiligt waren", sagt Terror-Experte Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. "Aus ideologischen Gründen ist die Rolle der Frau sehr stark eingeschränkt. Was die Frauen tun, tun sie nicht in der Öffentlichkeit." Steinberg glaubt nicht, dass die Terrorgefahr in Deutschland überschätzt wird. "In Oberursel wurde meines Erachtens sehr früh eingegriffen."

dpa

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