Jetzt wird´s knubbelig

Irrer Trend: Nageldesignerin testet Bubble-Nails aus den USA

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Ist von den Bubble-Nails nicht gerade begeistert: Nail-Art-Ausbilderin Vicky Karamitsou aus Rodgau. Sie will ihren Kunden den neuen Trend keinesfalls empfehlen.

Region Rhein-Main – Dieser Nageltrend hat Durchschlagskraft: Bubble-Nails heißt die Technik, die aus den USA herüberschwappt. Statt filigraner Nägel in Naturfarben lassen sich Frauen dicke und schwere Knubbel-Nägel aus Acryl verpassen. Von Christian Reinartz

Jahrelang ging es den Nagel-Designern darum immer natürliche, immer feiner Nagelmodellagen anzufertigen, um ihre Kundinnen glücklich zu machen. Doch die haben sich längst einem neuen Trend zugewandt. Zumindest in den USA sind sie der letzte Schrei: Bubble-Nails. Hierzulande findet man die schrille Nagelmodel mit Ekelgarantie bisher nur selten. Denn die Knubbel-Nägel erinnern unweigerlich eher an Horn-Geschwulste, als an zierliche Damenfinger. Auch, wenn bunte Neonfarben und Blumenmuster drübergepinselt werden.

"Bubble-Nails haben in Deutschland keine Zukunft"

Für den EXTRA TIPP hat die Nail-Art-Expertin Vicky Karamitsou aus Rodgau einmal echte Bubbel-Nails angefertigt und ist nach vollendeter Modellage sicher: „Bubble-Nails haben hier in Deutschland keine Zukunft.“  Die 30-Jährige Unternehmerin weiß, wovon sie spricht. keiner kennt den Nail-Art-Markt besser als sie. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie den Nail-Art-Großhandel mecosmeo in Rodgau und bildet Nageldesigner aus. Ihr Urteil: „Das ist einfach nur hässlich und verunstaltet die Finger einer Frau.“

Auch Nagelmodell Julia ist von ihren neuen Bubble-Nails nicht begeistert. „Das fühlt sich total komisch an“, sagt die junge Frau, die schon viel Erfahrung mit verschiedenen Nagelmodellagen gemacht hat. „Es tut zwar überhaupt nicht weh, wenn man irgendwo dagegen schlägt, aber die Nägel sind so dick, dass man nicht mal mehr eine Zigarette aus der Schachtel holen kann.“ Auch sich selbst zu kratzen, weil es irgendwo juckt, sei unmöglich. „Die Nägel sind jetzt einfach zu dick und abgerundet.“

Hoher Materialverbrauch und teuer für den Kunden

Dazu kommt: Die Bubble-Nail-Mode ist ziemlich teuer. „Nicht nur, dass es ziemlich lang dauert“, sagt Karamitsou, „auch der Materialverbrauch ist extrem hoch.“ Allein für einen Satz der Bubble-Nails geht ein ganzer Tiegel Kunststoff drauf.

Gearbeitet wird mit mehreren Schichten. „Um so dicke Nägel zu bekommen muss ich vier bis fünf Schichten nacheinander auftragen.“ Und wie kommt Julia im Alltag mit den extravaganten Nägeln zurecht? „Ich habe sie mir gleich wieder abfeilen lassen. So kann ich mich draußen doch nicht zeigen.“

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