Nach Insolvenz

Dieburg rettet seine größten Feste

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Dieses Quintett organisiert dieses Jahr den 30. Maimarkt des Dieburger Gewerbevereins (von links): Olav Lindmayer, Bernd Pfeiffer (sitzend), Stefan Pilz, Peter Roie und Armin Kaiser.

Dieburg - Dieburg hat allen Grund zum Feiern: Ex-Maimarktmeister Armin Kaiser kehrt zurück und organisiert das Fest mit vier weiteren Machern. Auch für das Schlossgartenfest wurde ein vielversprechender Festwirt an Land gezogen. Von Jens Dörr

Neben der Fastnacht und dem Martinsmarkt im November sind sie Dieburgs größte Veranstaltungen: Der dreitägige Maimarkt Anfang des „Wonnemonats“ und das viertägige Schlossgartenfest Ende Juli. Nach der Unternehmensinsolvenz des letztjährigen Marktmeisters beider Feste standen hinter der Zukunft Fragezeichen. Nun haben der Gewerbeverein als offizieller Maimarkt- und die Stadt als Schlossgartenfest-Veranstalter Lösungen für die Rettung beider Events gefunden. Der Maimarkt, ein Mix aus Gewerbeschau, Sport- und Kulturvorführungen, Musik sowie Volksfest für die ganze Familie in der Dieburger Innenstadt, wird vom 8. bis 10. Mai in diesem Jahr zum 30. Mal stattfinden.

Rückkehr des früheren Marktmeister Armin Kaiser

Möglich macht das unter anderem die Rückkehr des früheren Marktmeisters Armin Kaiser. Er organisierte den Maimarkt einst fünf Jahre lang federführend, ist nun Teil eines Quintetts, das den organisatorischen Löwenanteil übernimmt. Der Mediaberater – seit Jahren im größten Gewerbeverein Südhessens aktiv – wirkt an vorderster Front zusammen mit Olav Lindmayer, Bernd Pfeiffer  (beide Mitarbeiter einer Fitnesskette), Stefan Pilz (Geschäftsführer eines Dieburger Autohauses) und dem Frankfurter Schausteller, Eventmanager und Festgastronom Peter Roie. Weiterhin einen wichtigen Part einnehmen soll die Schau der Autohäuser in der Innenstadt. „Der Maimarkt soll wieder in altem Glanz erstrahlen“, blickt Lindmayer insgesamt optimistisch nach vorn. „Gerade zum Jubiläum wäre es schade gewesen, wenn er ausgefallen wäre“, skizziert er seine Motivation, sich über das Tagesgeschäft hinaus zu engagieren. Die fünf Männer wollen vor allem dem Automarkt in der Innenstadt einen weiteren Schub geben. Das in den vergangenen Jahren im Fechenbach-Park installierte Weindorf soll erhalten bleiben. Äußerlich werden die Besucher kaum einen Unterschied merken – Roie zufolge griff schon Frings auf das Equipment des Frankfurters zurück. Auch die Bühne wird wie 2013 und 2014 unter Frings im Park zu finden sein. Eine Rückkehr der einstigen Riesenbühne unter dem Gigantenschirm auf dem Marktplatz schloss Marktmeister Kaiser aus Kostengründen aus.

Am Programm weiter feilen

An Marktbeschickung und Programm will das Quintett in den kommenden Wochen weiter feilen. Gearbeitet wird auch noch an einem thematischen roten Faden, der in die Zeit des Maimarkt-Beginns vor drei Jahrzehnten führen könnte. In Sachen Schlossgartenfest – diesmal vom 24. bis 27. Juli – befasste sich der Magistrat Dieburgs mit der Suche nach einem Festprofi. Bis vor wenigen Jahren übernahmen die größten Vereine der Stadt die Sommersause, die aber immer weniger abwarf und für die sich zunehmend nur schwer die immense Zahl an Helfern finden ließ. Auch dem letztjährigen Profiausrichter gab ein schwaches Festgeschäft offenbar den Rest – es war seine letzte Veranstaltung vor der Insolvenz. Nun liegt eine Lösung vor: „Wir haben ein Rundum-glücklich-Paket gefunden“, sagt Ulrike Posselt von der Stadtkommunikation. Sie war beim Auswahlverfahren des Magistrats dabei und teilt mit, man habe sich auf einen neuen Festwirt geeinigt. Dieser soll nicht nur fürs Zelt, den Biergarten und die Bewirtung sorgen, sondern auch fürs Programm und die Organisation des Vergnügungsparks. Der Name des Festwirts, der aus Hessen stamme und auch über die Landesgrenzen hinaus tätig sei, wird derzeit noch geheim gehalten. Eine Ausrichtung in Eigenregie habe die Stadt rasch verworfen: „Wir wollten es nicht selber machen, da fehlt uns auch die Erfahrung“, so Posselt.

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