Drei Förderschulen sollen erhalten bleiben

Inklusion bis 2020 an Frankfurter Schulen umgesetzt werden

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Frankfurt – Dezernentin Sarah Sorge kündigt in Frankfurt an: Inklusive Schulen bis 2020, drei Förderschulen bleiben erhalten.

Das Vorhaben „Modellregion für inklusive Schulentwicklung Frankfurt am Main“ stellte Dezernentin Sarah Sorge am vergangenen Freitag während der Sitzung des Ortsbeirats fünf in der Aula von St. Georgen vor. Dabei geht es darum, auch Jungen und Mädchen mit Behinderungen in den regulären Schulalltag zu integrieren. „Bereits die Hälfte der förderbedürftigen Kinder besuchen inzwischen die Regelschule“, stellte Sorge fest.

Bei der Inklusion müsse man vom Kind aus denken und die Institutionen in den Prozessen begleiten. Unter dem Motto „Frankfurt macht Schule“ soll es dazu eine regionale Vernetzung geben. Es gäbe vielfältige Wege zur Inklusion und die Multiprofessionalität müsse organisiert werden. Zu den Prinzipien gehörten, dass alle Kinder Zugang zur Inklusion haben, Elternanfragen nachgekommen werde, die Wahlfreiheit der Eltern erhalten bleibe und die Menschenrechte laut der Behindertenkonvention der Vereinigten Nationen umgesetzt werden. Sorge versicherte, dass die Förderlehrer erhalten blieben, aber an die Regelschulen umgeleitet würden. Alle Förderschwerpunkte seien auf dem Weg.

Bereits 43 Schulen bieten inklusive Bildung an

Ausgangspunkt ist der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 30. Januar. Auf dieser Basis werde ein Umsetzungskonzept erarbeitet. Inklusive Bildung boten 2011/12 zehn Schulen an, ein Jahr später waren es bereits 43. Ziel sei, dass Konzept bis 2020 umzusetzen. Es gibt mittlerweile auch eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Land Hessen. In der Modellregion Süd sollten Erfahrungen gesammelt und Lehrer beteiligt und fortgebildet werden. Geplant ist eine schrittweise Aufteilung der Wallschule und die Errichtung einer Ganztagsschule. Auch die Sprachförderung werde sichergestellt. Einige Förderschulen werden erhalten. Sicher gebe es Ängste in der Wallschule wegen der Veränderungen und des Gerüchts einer Schulschließung. Sie solle nicht aufgelöst, sondern Regelschule werden. Allerdings besuchten nicht nur Kinder aus Sachsenhausen die Einrichtung. „Wir sind auf einem guten Weg“, schloss Sorge ihre Ausführungen. Auf die Frage, wie viele Förderschulen erhalten bleiben, gab es die Antwort, dass es wohl drei sein werden.

Eltern haben Einwände

Zudem soll es Kooperationsklassen an Regelschulen geben. Schwerst mehrfach behinderte Kinder seien sicher in Förderschule n besser aufgehoben. Die Elterninitiative „Igel“, die für Inklusion eintritt, meldete sich zu Wort. Erwähnt wurde das positive Beispiel Gruneliusschule. Vorurteile müssten abgebaut werden und die Eltern wünschten eine wohnortnahe Beschulung ihrer Kinder. Einwände kamen auch. So ging es um Eltern, die nicht wollen, dass ihr Nachwuchs mit behinderten Kindern beschult wird, weil sie Angst haben, dass es deswegen einen langsameren Unterrichtsfortschritt gibt. Auch die personellen und baulichen Anforderungen inklusiver Einrichtungen wurden kritisch hinterfragt. Von Lehrerseite kam Protest wegen der Überbelastung der Lehrkräfte, die schon heute zuviel Zeit auf Akten und ähnliches verwenden müssten. Dabei wurde auch angemerkt, dass Förderschullehrer ein besseres Einkommen hätten und weniger Stunden geben müssten. Sorge wies darauf hin, das es im November noch Informationsveranstaltungen zu diesem Thema gibt.

ms

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