Infos für Tunesien- und Griechenland-Urlauber

Terror und Schuldenkrise: Wo sind die Ferien noch sicher?

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Region Rhein-Main – Terroranschlag im tunesischen Sousse, Schuldenkrise in Griechenland. Wo kann man überhaupt noch sorgenfrei dem Alltag entfliehen? Der EXTRA TIPP sprach mit Reiseexperten aus der Region. Von Oliver Haas

„Jeder, der eine Reise nach Tunesien gebucht hat, kann diese bis zum 15. September kostenlos stornieren“, sagt Isabella Partasides vom Reiseveranstalter Thomas Cook aus Oberursel. Obwohl das Auswärtige Amt keine generelle Reisewarnung für Tunesien ausgerufen hat, zeigen die Reisebüros Kulanz nach dem Terroranschlag in Sousse. Probleme anderer Art befürchten Griechenland-Bucher. Aber auch wenn das Land kurz vor der Staatspleite steht, können diese Reisen nicht kostenlos umgebucht werden. Partasides rät jedoch Kunden, die nach Griechenland reisen, ausreichend Bargeld mitzunehmen. Außerdem geht der Reiseveranstalter Thomas Cook davon aus, dass selbst im Fall einer Währungsumstellung weiterhin mit Euro bezahlt werden könne. Und selbst wenn Griechenland aus der Euro-Zone ausgeschlossen würde, können gebuchte Pauschalreisen nach Griechenland sorgenfrei angetreten werden.

Spanische Inseln sind sicher

Nicht jeder Tunesien-Urlauber nimmt das kostenlose Stornierangebot auch wahr. Denn Pete Schöne vom Reisebüro Sonnenklar in Frankfurt stellt fest: „Wir erleben, dass Urlauber, die regelmäßig nach Tunesien fahren, sich von so etwas nicht abschrecken lassen. Das war nach dem Anschlag vor vier Monaten ähnlich.“ Kunden, die das erste mal einen Tunesienurlaub geplant hatten, seien jedoch durch die Ereignisse in Sousse verunsichert und buchen ihre Reise dann um oder stornieren, so Schöne. Wenn diese Kunden, dann nach sicheren Urlaubsländern fragen, empfiehlt der Reiseexperte Spanien: „Die spanischen Inseln, wie Mallorca oder die Kanaren, sind nach wie vor sehr sicher.“ Empfehlenswert sei auch spanisches Festland, wie etwa Andalusien. Auch die Türkei würde er anstandslos in diese Reihe sicherer Länder stellen. Zudem plädiert Schöne trotz Schuldenkrise zu einer Reise nach Griechenland: „Das ist ein wunderschönes Land und das ganze Gerede, dass die Griechen die Deutschen nicht mögen, ist Blödsinn.“ Dieser Eindruck entstehe durch die Berichterstattung einiger Medien. Es ist aber schwierig eine finanziell gleiche Alternative für Tunesienurlauber zu finden.

Ersatz für günstige Tunesienurlaube schwierig

„Die Preise für Tunesienurlaube sind in den vergangenen Monaten sehr gesunken und es ist schwierig einen Ersatz in der gleichen preislichen Lage zu bekommen.“ Thomas Müller vom First Reisebüro in Frankfurt rät Urlaubern zu Gelassenheit: „Passieren kann natürlich immer überall was.“ Aber man dürfe sich nicht davon verrückt machen lassen. Als sein aktuelles persönliches Traum-Reiseziel nennt er übrigens die Insel Bali im Indischen Ozean. „Das stimmt das Preis-Leistungsverhältnis.“ Aber selbst dort habe es ja bereits mehrere Terroranschläge gegeben. Er halte jedoch nichts von Panikmache wegen solcher Ereignisse. Denn selbst in Deutschland könne es schließlich jederzeit einen Anschlag geben. Wer ganz sicher gehen wolle, müsse demnach während der Urlaubszeit in seinem Wohnzimmer bleiben.

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