Immobilienverband schlägt Alarm

Steigende Mieten in Frankfurt: "Mieter müssen es ausbaden" 

+
Stephan Schlocker vom Immobilienverband Deutschland rät zum Kauf von Wohnungen in Frankfurt. 

Frankfurt – Seit Jahren steigen die Mietpreise im Ballungsgebiet Frankfurt. Auch für die Zukunft kann der Immobilienverband keine Entwarnung geben. Und die Politik verschärfe die Situation zusätzlich. Von Angelika Pöppel

„Die Politik geht völlig am Markt vorbei und die Mieter müssen es ausbaden“, sagt Stephan Schlocker vom Immobilienverband Deutschland . Die Mieten in Frankfurt steigen immer weiter. Etliche Kommunen erhöhen zusätzlich die Grundsteuer – die zahlt am Ende der Mieter. „Statt die Grundsteuer zu erhöhen, müssen Privatleute mit Steuervorteilen motiviert werden, damit sie überhaupt einen Grund haben zu investieren.“

Lesen Sie auch:

Luxus-Wohnungen neben Bordellen boomen in Frankfurt

Mietzuschlag für Bockenheim

Kaum bezahlbarer Wohnraum für Frankfurts Studenten

Noch mehr Wohnungen am Riedberg

Hohe Mietpreise drängen Familien raus aus Frankfurt

Nur 50 Prozent der Vermieter in Frankfurt sind Privatleute und genau da sieht der Experte das Problem: „Großgesellschaften müssen jedes Jahr Renditen erwirtschaften und mit einem Plus abschließen.“ Die „kleinen Leute“ haben diesen Druck nicht. „Private Vermieter erhöhen nicht jedes Jahr die Miete.“ Die Politik habe es völlig versäumt das Vertrauen der privaten Investoren zu gewinnen. Im Gegenteil: Sie werden von etlichen Vorschriften verschreckt, glaubt Schlocker.

Bis zu 16 Euro pro Quadratmeter

Im Jahr 2013 zahlen Mieter in Bad Homburg für eine mittlere Wohnqualität bis zu 9,50 Euro pro Quadratmeter – in Frankfurt sind es 30 Cent mehr. Tendenz steigend. Zum Vergleich: Im Umland von Kassel ist der Preis am geringsten in Hessen, mit bis zu 5,20 Euro. Für gehobenen Wohnstil zahlen Mieter in Frankfurt sogar bis zu 16 Euro pro Quadratmeter, laut Studie des Immobilienverbands.

Kritik an Mietspiegel

Die IVD -Studie basiert auf Aussagen von Maklern, anders als der Mietspiegel, der aus Befragungen von Mietern hervorgeht. „Der Mietspiegel ist keine Bestandsaufnahme, sondern bereits eine Prognose. Da stellt sich die Frage: Wie viele Mieter von bezahlbarem Wohnraum sind überhaupt befragt worden?“, kritisiert Schlocker.

Der Trend zum Umzug geht dennoch nicht raus aus der Stadt. „Frankfurter nehmen eher eine kleiner Wohnung in Kauf, aufgrund der steigenden Unterhaltungskosten des Autos“, sagt Schlocker. Und deshalb müsse dringend zusätzlich Fläche geschaffen werden.

50 Sozialwohnungen entstehen in Frankfurt

Oberbürgermeister Peter Feldmann gab bekannt, dass ein neues Baugebiet erschlossen werden soll. „Das ist aber nur der erste Schritt“, sagt Schlocker. Die Stadt müsse sich mehr mit Förderungen beteiligen. Zwischen 4000 und 8000 neue Wohnungen sollen zwischen den Stadtteilen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach entstehen – 50 davon sollen Sozialwohnungen werden.

Mehr zum Thema

Kommentare