Kommentar

Immer mehr Obdachlose: Ein menschliches Armutszeugnis

Es ist ein menschliches Armutszeugnis, wenn sich Politiker beim Thema „Obdachlosenzahlen“ wegducken und hinter fehlenden Statistiken verstecken. Ein Kommentar von Christian Reinartz

Arm, weil es ihnen dabei ganz offensichtlich nur ums Geld und ums Image ihrer Städte geht – das Leid der unzähligen Obdachlosen, die in den immer kälter werdenden Nächten in Hauseingängen und auf Parkbänken schlafen, wird dabei in Kauf genommen. Wirklich beunruhigend ist, dass sich offenbar selbst Wohlfahrtsverbände nicht trauen, den Missstand beim Namen zu nennen. Zu groß ist die Angst, Fördergelder zu verlieren. Stattdessen wird diplomatisch um das Thema herumgeredet und von Grauzonen gesprochen. Bruder Michael Wies nennt das zu Recht Vernebelungstaktik. Sicher ist es viel günstiger und einfacher, das wahre Ausmaß des Problems weiterhin zu übersehen. Aber gäbe es eine belastbare Statistik, die die wirklichen Obdachlosenzahlen in Rhein-Main wiedergibt, wären die Verantwortlichen gezwungen zu reagieren – dann würde sich der Nebel lichten.

Lesen Sie dazu den zugehörigen Artikel: Drama verschleiert: Zahl der Obdachlosen in Rhein-Main steigt

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