In ihrer Freizeit jagen sie Menschen

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Kürbiskopf Patrick Chuites jagt als Frankenstein Besuchern Angst ein.

Region Rhein-Main – Seit über 35 Jahren ist es das Grusel-Spektakel in Hessen: Halloween auf der Burg Frankenstein nah Darmstadt-Eberstadt. An den nächsten Wochenenden versetzen fast hundert Geister, Monster und Untote Besucher in Angst und Schrecken. Zwei davon sind Jennifer Nakew und Patrick Chuites. Von Dirk Beutel

Zum ersten Mal überhaupt tauscht Jennifer Nakew ihre Maske gegen Make-Up. Ausnahmsweise schlüpft sie diesmal in die Rolle des Neides, eine der sieben Todsünden, das Halloween-Motto in diesem Jahr. Normalerweise spielt die Mühlheimerin seit acht Jahren einen Werwolf und bringt mit Leidenschaft das Blut der Halloween-Besucher auf der Burg Frankenstein zum gefrieren: „Als Werwolf ist man körperlich am aktivsten. Wir jagen die Besucher oder springen sie an. Das ist mein Ding.“

Patrick Chuites hingegen bleibt seiner Rolle treu. Der Frankfurter dreht seit drei Jahren als die Vogelscheuche Pumpkin King den Adrenalinspiegel der Halloween-Fans in die Höhe. Auch er steckt sein ganzes Herzblut in seinen Charakter. Kein Wunder, ihm wurde die Extraportion Grusel sozusagen in die Wiege gelegt: „Mein Vater war US-Soldat. Deswegen bin ich mit Halloween groß geworden.“ Als Kürbiskopf schnappt sich der 26-Jährige daher gerne mal ein Opfer, bindet es an ein Kreuz oder schließt es einfach in eine enge Kiste ein. Am schreckhaftesten sei das weibliche Publikum, darin sind sich beide Darsteller einig. „Klar erschrecken sich auch die Männer. Die schreien nur nicht, sondern laufen ein Stück schneller“, sagt Chuites.

Der Reiz des Erschreckens

Beide tragen eine Vollgesichtsmaske. Das bedeutet eingeschränktes Sichtfeld: „Etwa nach einer Stunde, hat man sich aber daran gewöhnt, dass man öfter den Kopf drehen muss,“ sagt Chuites. Dafür könne man sich hinter der Maske unbemerkt ins Fäustchen lachen, wenn man einen ahnungslosen Besucher von hinten überfällt. Foltern, Quälen und Auspeitschen überlassen die beiden dagegen den Kollegen im Pulverturm-Verlies oder im Hexenhaus.

Worin liegt aber der Reiz des Erschreckens? „Mit einfachen Mitteln in die 30 Zentimeter Privatsphäre einzudringen, Unbehagen und Panik zu verbreiten ist ein Riesenspaß“, sagt Chuites. Warum im Gegenzug Jahr für Jahr bis zu 30.000 Besucher auf die Burg pilgern, manche sogar regelmäßig, um sich gruseln zu lassen, ist für beide Monster allerdings ein Rätsel.

www.frankenstein-halloween.de

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