Spürnase unterwegs

Hund Willi spürt auf, was Schüler fallen lassen

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Die Erdnuss-Flips haben es Willi genauso angetan wie die Kartoffel-Chips (kleines Foto). Nur mit Mühe kann Frauchen Sonja Hauser-Hicke ihren Beagle davon fernhalten. 

Region Rhein-Main – Erdnuss-Flips, Kartoffel-Chips, Gummibärchen, Pausenbrote und Döner – beim Gassigehen spürt Willi viele Snacks auf. Doch was dem Beagle vor die Nase kommt, dürfte auch Ratten anlocken. Von Norman Körtge

Willis Fressgass’ könnte wahrscheinlich an vielen Orten im Rhein-Main-Gebiet sein. Da Willi aber bei Sonja Hauser-Hicke in Heusenstamm (Kreis Offenbach) lebt, beginnt die persönliche Fressgass’ des fünf Jahre alten Beagles an einem Fußweg entlang dem Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm. Auf nur wenigen hundert Metern stöbert er dort Kartoffelchips und Erdnuss-Flips auf. Nicht einen oder zwei, die beim Knabbern heruntergefallen sein könnten, sondern gleich mehrere Dutzend. Kaum hat Hauser-Hicke Willi davon weggezogen, schnuppert der Beagle schon an der Alu-Folie, in dem sich die Reste eines Döners befinden. Wieder nur ein paar Schritte weiter das Bild, das keine Mutter sehen will: Ein liebevoll geschmiertes Pausenbrot, nach zwei, drei Bissen einfach weggeworfen.

Rund um die Schule liegen jede Menge Lebensmittel

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Vor gut anderthalb Jahren ist die ehemalige Berufsschullehrerin auf den Hund gekommen.
Und die Heusenstammerin gibt zu: „Ohne Hund wäre mir nie aufgefallen, wie viele Lebensmittel einfach so auf der Straße liegen.“ Doch durch Willi, den sie aus dem Offenbacher Tierheim holte, hat sie mittlerweile eine ganz andere Sicht auf die Dinge bekommen.
„Was geht eigentlich in den Köpfen der Schüler vor?“, fragt sie sich immer wieder. Denn von ihnen stammen zweifelsfrei die meisten der weggeworfenen Lebensmittel. In den Sommermonaten sei es noch schlimmer, berichtet sie. Dann würden an manchen Parkbänken auch noch Kartons mit Pizzastücken liegen – direkt daneben ein Mülleimer. „Das zieht doch auch alles Ratten an“, befürchtet sie. Einfacher könnte man es den Nagetieren – die gesundheitsschädliche Keime übertragen können – kaum machen.
Willi jedenfalls entdeckt auf seinen täglichen Touren immer mal was Neues. „Am meisten hat er sich bislang über eine ganze Haspel gefreut, die er aus dem Gebüsch zog“, erinnert sich Hauser-Hicke an den bislang ungewöhnlichsten Fress-Fund.

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