Oberräder schreibt Buch: Wie aus Salsa Verde die Grie Soß wurde

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Der Oberräder Horst Nopens hat einen historischen Roman über die Herkunft der Grünen Soße geschrieben. 

Frankfurt – Die Grie Soß kommt aus Italien. Jedenfalls wenn es nach Horst Nopens geht. Der 73-jährige Oberräder hat nämlich einen Roman über das Frankfurter Nationalgericht geschrieben. Von Enrico Sauda

In diesem 280 Seiten langen historischen Buch mit dem Titel „Die abenteuerliche Reise der sieben Kräuter – eine Geschichte der Grünen Soße“ schildert der ehemalige Planungsingenieur für Heizung, Lüftung und Sanitär die Lebensgeschichte der Maria Lucia Costellani. Sie soll, so will es Nopens, sozusagen die Erfinderin der Grie Soß sein.

Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Sauerampfer und Borretsch

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Vor einigen Jahren brachte er mit anderen die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt darauf, Stadtteilhistoriker zu etablieren. „Dann kam natürlich die Frage auf, was man zu Oberrad beisteuern kann“, erinnert sich Nopens, der seit gut einem Jahr Vorsitzender des Bürgervereins ist. Aber die Antwort war ziemlich schnell gefunden, denn schließlich, so Nopens, „ist Oberrad das gärtnerische Dorf Frankfurts. Hier wachsen die sieben Kräuter, die man zur Herstellung der Grie Soß benötigt“. Das sind Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpinelle, Saueramfper und Borretsch.

Ein halbes Jahr lang recherchierte und schrieb Nopens an seinem Buch, das kurz vor dem 30-jährigen Krieg spielt. Die junge Maria verschlägt es durch die politischen Wirren und kriegerischen Unruhen in dieser Zeit nach Oberrad. Hier perfektioniert sie, was sie in Italien und schließlich auch während ihrer Flucht in Frankreich begonnen hat: Die Salsa Verde oder Grie Soß.„Es ist ein historischer Roman über Marias Leben von der Geburt bis zum Grab.“ Soweit die fiktive Handlung dieses Romans. „Aber wie die Grie Soß wirklich entstanden ist, weiß niemand“, versichert Nopens.

Kaum Konkretes über die Entstehung

Über die Grie Soß sei schon von allen möglichen und unmöglichen Leuten geschrieben worden – hauptsächlich Rezepte. „Ich aber habe versucht, mich über die Entstehungsgeschichte schlau zu machen. Doch es gibt einfach nichts Konkretes darüber.“ Inzwischen hat sich sein Debütroman, den er selbst aufgelegt hat, weit mehr als 700 Mal verkauft.

Horst Nopens schrieb allerdings nicht nur ein Buch, sondern auch ein Theaterstück zu diesem Gericht: „Fraa Aja un de Grie Soß“. Fraa Aja, Goethes Mutter, ist zu Ohren gekommen, dass mit dem Frankfurter Nationalgericht etwas nicht stimmt. Deshalb hat sie sich von Petrus einen Urlaubsschein geben lassen, um auf der Erde nach dem Rechten zu sehen. Dort trifft sie auf das Rölfche, ein Frankfurter Original.

„Das Stück wurde im April aufgeführt und kam so gut an, dass es im Oktober eine Fortsetzung unter gleichem Titel gibt.“ Nopens schreibt schon fleißig.

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