Eltern der Horror-Kita: Keiner fragt wie es den Kindern geht

Offenbach - Der Entschluss des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätte steht fest: Alle Erzieher der Kita VIII in Lauterborn werden ausgewechselt. Weil die Erzieher nicht die erforderliche Leistung gebracht haben, werden sie gegen ein neues Erzieher-Team ausgetauscht. Von Axel Grysczyk

Doch das löse nicht das Problem, sagen viele der Eltern. Denn es gebe einfach Kinder, die Probleme bereiten und gewaltbereit sind. Und wie es ihren Kindern dabei geht, frage niemand. Ein Kind von Susan Gaubatz weint vor der Gruppe, die Kinder von Martin Salmanic und Manuela Müller kommen nachts ins Eltern-Schlafzimmer und viele der Kinder malen Bildchen als Abschiedsgeschenke für ihre scheidenden Erzieher - aus Trauer. Gegen diesen für die Eltern unhaltbaren Zustand haben sie vor der Kita Unterschriften anderer Eltern gesammelt. Innerhalb von einer halben Stunden sind über 70 zusammen gekommen.br /Martin Salmanic versteht die Vorgehensweise der Stadt nicht. "Wir haben bereits vor einem Jahr gesagt, dass die Zustände in der Kita überprüft werden müssen. Die Stadt hat gesagt, es würde jemand die Situation über mehrere Wochen analysieren. Es ist nie jemand gekommen." Er betont ausdrücklich, dass er nichts gegen die neuen Erzieher hat, aber die Vorgehensweise verstehe er nicht. Zig Briefe seinen bereits im Vorfeld an die Stadt geschrieben worden. Elternbeirats-Vorsitzende Susan Gaubatz ergänzt: "Wir haben über Monate mehr Personal gefordert. Es ist nie etwas passiert. Jetzt, wo es Aussetzer der Kinder gibt, wird die Zahl der Erzieher nach unseren Informationen um Aushilfen aufgestockt. Und außerdem bekommen die neuen Erzieher nach unserem Wissen unbefristete Verträge. Jetzt auf einmal ist also Geld da."br /Die Elternvertreter glauben sogar, dass sich die Vorfälle in der Kita reduzieren werden. Gaubatz: "Viele Kinder, die problematisch sind, verlassen demnächst die Kita. Sie kommen entweder in die Schule oder als Hortkinder auf weiterführende Schulen. Dann ist erst mal Ruhe, dies wird die Stadt als Erfolg verkaufen. Aber das Problem ist nicht gelöst, weil wir in Lauterborn wohnen. Und das ist ein Brennpunkt."

Viele der Eltern sind auch deswegen enttäuscht, weil diese Hau-Ruck-Methode Irritationen bei den Kindern ausgelöst haben. "Da muss erst wieder Vertrauen aufgebaut werden. Wenn ich jetzt den neuen Erzieher frage, wie sich mein Kind entwickelt, kann der mir doch überhaupt keine Auskunft geben", sagt Gaubatz. Eltern erzählen von weinenden und verstörten Kindern, aber auch von weinenden Erziehern.

Salmanic ist enttäuscht darüber, dass nicht der Kontakt zu den Eltern gesucht wurde. "Weder in der Vergangenheit, noch jetzt", sagt er. Die Stadt habe eine Entscheidung getroffen und damit basta! Dabei hätten die Eltern so viel Anregungen zu geben

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