Hopfen und Malz in der Region noch nicht verloren

Von Florian Gröschbr /Babenhausen/Seligenstadt - Mit seiner Ankündigung, Biertrinker müssten sich im kommenden Jahr auf steigende Preise einstellen, hat der Deutsche Brauer-Verband den Pils-, Alt-, und Weizenfreunden einen schalen Nachtwächter hingestellt.

Und der schmeckt beim Blick auf die Zahlen richtig bitter. Den Nachgeschmack versüßen die regionalen Brauereien indes mit der Ankündigung, die Preise vorerst konstant halten zu wollen.br /Braumalz sei heute um 84 Prozent teurer als noch 2006, der Preis für Gläser stieg um 30 Prozent und die Energiekosten (Strom) um 23 Prozent, der Hopfenpreis hat sich verdoppelt, teilt der Verband mit. Die Michelsbräu-Brauerei in Babenhausen lässt vorerst alles beim Alten. Geschäftsführerin Dr. Susan Schubert gibt aber zu: "Natürlich bräuchten wir höhere Bierpreise."br /Der kleine mittelständische Betrieb bezieht seine Braugerste aus der Region und betreibt eine eigene Mälzerei in Schweinfurt. "Wir sind glücklich versorgt", sagt Schubert, auch dank frühzeitig abgeschlossener Verträge mit den Zulieferern. "Nächstes Jahr wird es allerdings sehr schwierig, das steht fest".br /Um die Preise nicht allzu sehr in die Höhe zu treiben, müssten dann auch mal Investitionen zurückgestellt oder die Werbung eingeschränkt werden. Die jüngste Preiserhöhung hat die Brauerei im Juli 2006 vollzogen, damals um etwa drei Prozent.br /Kurze Zeit später, im Oktober 2006, verteuerten sich auch die Erzeugnisse der Glaabs-Brauerei in Seligenstadt. Der Kastenpreis ging um 50 Cent rauf, der Literpreis aus dem Fass um etwa zehn Cent - etwa das Dreifache durften die Wirte draufschlagen.br /Darum nimmt auch Geschäftsführer Robert Glaab eine abwartende Haltung ein. "Ich glaubâ??s erst, wenn die Erhöhung wirklich kommt." Auch er setzt auf regionales Getreide und geht davon aus, "dass die Endverbraucher akzeptieren, dass regionale Qualität ihren Preis hat". Sieben Millionen Euro Umsatz macht Glaab, ein kleiner Tropfen in der großen Maß des Biermarktes. "Zwei Drittel des Marktes sind von den großen Konzernen dominiert", erklärt Glaab.br /Betroffen von höheren Preisen ist eine ganze Nation. Glaab nennt die riesige Zahl: "96 Millionen Hektoliter werden pro Jahr getrunken." Eine geschwinde Umrechnung verdeutlicht die Menge: Aus etwa 3000 Schwimmbecken voller Hopfenkaltschale (50 Meter lang) trinkt jeder Deutsche 120 Liter.br /Die Radeberger-Gruppe, zu der auch Binding und Henninger gehören, lässt sich auch Zeit. "Wenn es eine Erhöhung gibt, wird die jeweils markenspezifisch getroffen", lässt Konzernsprecherin Birte Kleppien wissen. Entschieden sei noch nichts.br /Bereits im Juni hatten die deutschen Brauer jedoch prognostiziert, dass der Bierpreis in den kommenden fünf Jahren um 40 Prozent ansteigen w

Kommentare