Auf extratipp.com

Homo-Ehe, Türsteher und Cannabis: Die meist kommentierten Themen 2013

+

Region Rhein-Main – Auch 2013 hat der EXTRA TIPP wieder für Klartext gesorgt – genauso wie unsere Leser. Im Internet haben einige Themen die Community besonders beschäftigt. Von Angelika Pöppel 

Diskriminierung, falsche Beschuldigung, Abzocke, Tierquälerei – auch in diesem Jahr deckte der EXTRA TIPP auf und prangerte an. Für großes Aufsehen sorgte dabei der Artikel „Türsteher weisen auffällig oft Ausländer ab“. Nur ein Klischee oder doch knallharte Realität? Der Frankfurter Antidiskriminierungsbeauftragte Akli Kebaili war sich sicher: Ausländer werden ausgesiebt. Club-Besitzer sprechen immer wieder vom Gewalt-Potential. Die Reaktionen waren extrem: „Andere Gruppen oder Personen, auch Deutsche kommen aus anderen Gründen nicht rein. Was soll das ewige Rassismus-Gejammere?“, schrieb ein User auf extratipp.com. „Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Disco-Betreiber zwecks Prävention die üblichen Verdächtigen bereits vor der Tür aussortieren“, schreibt ein weiterer User.

"Gesichter merken, statt die ethnische Herkunft"

„Wie kann man nur im Jahre 2013 der Meinung sein, dass man das kriminelle Potential von Menschen am Aussehen erkennt?“, fragt ein anderer. „Weil eine Handvoll Ausländer Stress macht, sollen wir alle drunter leiden? Mir egal, es gibt auch mittlerweile genug türkische Discos, gebe ich halt mein Geld dort aus!“, schreibt ein User. Noch ein Kommentar lautet: „Die Türsteher sind Ausländer und haben das größte Aggressions-Potential, und nicht die Gäste! Und: „Ich bin Marokkaner und kann gut nachvollziehen das unseres gleichen nicht immer gerne gesehen wird. Jedoch stehe ich persönlich für ein gutes Beispiel für Integration und ich finde ich habe es verdient, persönlich beurteilt zu werden, und nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Die Türsteher sollten sich lieber Gesichter anstatt ethnische Herkunft merken. So viel Respekt habe auch ich als Ausländer verdient.“

Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis

Auch der Artikel „Cannabis wird verschenkt“ hat viele Leser auf den Plan gerufen. Immer mehr Menschen bauen Cannabis selbst an und verschenken es an Freunde weiter. Die Polizei bekommt davon nichts mit. Die Mehrheit der User auf extratipp.com  sprach sich für eine Legalisierung von Cannabis aus: „Die Pflanze wächst, es gibt keinen kriminellen Handel, niemand kommt zu Schaden“, schreibt ein User. „Ich darf eine tödlich giftige Pflanze in meinem Garten anbauen, aber für eine nicht toxische Pflanze, die bei vielen Krankheiten Linderung oder sogar Heilung bringt, kann ich ins Gefängnis kommen?“ fragt ein anderer. Und: „Das haben wir der Pharma-Lobby zu verdanken und konservativen Politikern, die Angst haben, dass Menschen, anstatt zu saufen, Cannabis rauchen.“

Auch der Nachfolge-Artikel „Flörsheimer startet Petition für Social Clubs“ beschäftigt die User. Zahlreiche Kommentare äußern sich kontrovers zu der Einführung von Social Clubs, in denen legal Cannabis angebaut und weiterverarbeitet werden darf.

"Debatte ist diskrimminierend"

Riesen-Aufreger war auch der Artikel „Werden Schwule weiter diskriminiert?“. Im Fußball ist die Schwulenfeindlichkeit harte Realität und auch die jahrelang geforderte Gleichstellung der Homo-Ehe  ist in weiter Ferne. Die Meinungen gingen auf extratipp.com  deutlich auseinander: „Mir fehlt die Vorstellung, welchen Nutzen es hat zwei Schwulen einen Steuervorteil zu geben, der für mehr Geburten gedacht ist. Außerdem möchte ich mein Leben leben, ohne ständig von Anblicken gestört zu werden, die mein Gefühl verletzen, ich gehe ja auch nicht durch die Straßen und küsse demonstrativ meine Freundin mit heraushängender Zunge.“ Dagegen: „Schwule gab es schon immer und wird es auch immer geben. Also muss man damit leben, auch im Fußball.“ Und: „ Fußballer sollten sich outen dürfen und homosexuelle Paare sollten steuerlich gleichgestellt werden – ohne wenn und aber. Diese jahrelange Debatte ist wirklich grauenvoll und diskriminierend, nichts anderes.“ Und: „Es wäre besser, wenn die Politik sich mal um wirklich wichtige Dinge kümmern würde. Schwule gab es schon immer und wird es auch immer geben.“

Anfang des Jahres bangen Vodafone -Mitarbeiter in Eschborn um ihren Job – auch Claudia Rösler. Sie berichtet im EXTRA TIPP darüber, dass der Mobilfunkanbieter trotz schwarzer Zahlen plant, etwa 360 Arbeitsstellen nach Düsseldorf zu verlagern. Kommentare auf extratipp.com: „Warum müssen Menschen umziehen, wenn eine Firma die Produkte für vernetztes Arbeiten selbst an Ihre Kunden verkauft? Warum können Mitarbeiter die tollen Produkte nicht auch nutzen? Dann ist es egal wo der Mitarbeiter gerade sitzt!“ heißt es. Und: „Viele Mitarbeiter müssen zum Amt und aufstocken lassen, um leben zu können. Das ist das Geschäftsmodell, welches Vodafone seit vielen Jahren betreibt und unterstützt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare