Lea holte ihre Spendendose persönlich ab

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Die kleine Lea Quäl mit ihren Eltern Stefanie und Holger zu Besuch bei Schmucker-Stuben-Wirt Alois Spielmann in Offenbach. Auf dem Tresen die Spendendose.

Region Rhein-Main – Im Oktober 2009 berichtete der EXTRA TIPP erstmals über die kleine Lea Quäl aus Maintal, ihre Behinderung und den Spendenaufruf ihrer Eltern. Kurz danach stand eine Spendendose auf dem Tresen des Kneipen-Wirts Alois Spielmann. Am Donnerstag holte sie Lea ab. Von Norman Körtge

Rosa und pink – das sind die absoluten Lieblingsfarben von Lea Quäl. Das der Plüschhase, den Alois Spielmann der Fünfjährigen am Donnerstag schenkte, genau die Farbkombination hatte, war nur der eine Grund, warum Lea das Stofftier sofort ins Herz schloss. Denn mit einem Druck auf die Pfote sang der Hase: „Old MacDonald had a farm, ee-i-ee-i-o.“ Und das animierte das Mädchen sofort zum rhythmischen mitwippen – trotz des Fixateurs an ihrer linken Hüftseite, der sich deutlich unter ihrer Hose abzeichnet.

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So ein goldiges Mädchen“, schwärmt der Offenbacher Kneipen-Wirt Alois Spielmann. Jahrelang kannte er das Mädchen nur aus der Zeitung und wurde tagtäglich an sie erinnert, weil ihr Gesicht auf der Spendendose auf seiner Theke in der Offenbacher Schmucker-Stube stand. „Eine Frau hat sie damals hier aufgestellt. Ich fand das gut und habe die Spendenaktion sofort unterstützt“, erinnert sich Spielmann. Jetzt war die Dose randvoll – und Lea und ihre Eltern kamen vorbei.
Es ist so unglaublich schön zu wissen, dass uns so viele Menschen unterstützen“, erzählt ihre Mutter Stefanie. Mehr als 60.000 Euro haben bislang die Operationen und Therapien gekostet. Ausschließlich finanziert durch Spendengelder.

Mehr über Lea ist auf ihrer Internetseite zu erfahren.

Lea leidet unter dem angeborenen Femurhypoplasie-Geschichtsdysmorphie-Syndrom, das weltweit nur 100 Menschen haben. Neben der unterentwickelten Hüfte und den Beinen kommt ein leichter Herzfehler, ein unterentwickelter Unterkiefer, eine Gaumenspalte und eine Wirbelsäulendeformation hinzu. Es fehlt die zwölfte Rippe. Trotz all dieser körperlichen Behinderungen – Leas Lebenserwartung ist die gleiche wie bei gesunden Kindern. Auch deshalb setzen die Quäls alles daran, um ihrem Kind zu ermöglichen, sich in der Zukunft selbstständig bewegen zu können.
Die erste große Hüft-Operation an der rechten Seite im März 2010 war ein voller Erfolg. Im September vergangenen Jahres war die linke Seite dran. Die verlief zunächst gut, doch ein Oberschenkelbruch warf den Heilungsprozess zurück. Nach der Operation bekam sie den Fixateur, der über Monate ihr linkes Bein um 8,4 Zentimeter verlängerte. „Nun muss der Knochen aushärten“, erzählt Stefanie Quäl. Voraussichtlich bis Ende April wird sie das Haltesystem noch tragen müssen. Wahrscheinlich im nächsten Jahr kommt die nächste OP – diesmal dann am rechten Knie.

Bis das soweit ist, macht Lea aber einen weiteren wichtigen Schritt in ihrem Leben. Im Spätsommer wird sie eingeschult – in eine ganz normale Grundschule.

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