Goethe-Uni unterstützt Existenzgründer

Aus dem Hörsaal in den Chefsessel

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Jungunternehmer Timur Peters vor seinem Firmensitz an der Frankfurter Messe.
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Frankfurt – Aus einer Ein-Mann-Idee in den eigenen vier Wänden ist innerhalb von zwei Jahren ein Unternehmen mit elf Mitarbeiten und Sitz an der Frankfurter Messe gewachsen. Der IT-Student Timur Peters startete in die Selbständigkeit mit Hilfe des Unibators der Goethe-Uni neben dem Studium. Von Angelika Pöppel

Pierre Guillemain

Viele Studenten haben gute Ideen, können sie aber ohne Geld nicht umsetzen“, sagt Timur Peters, Geschäftsführer von Debitos. Auch er hatte schon während seines Studiums Pläne für ein eigenes Unternehmen. Trotz Geldmangel schaffte er den Sprung aus dem Hörsaal direkt in den Chefsessel. Hilfe bekam er vom Unibator der Goethe-Universität. „Unsere Professoren und Experten erstellen mit den Studenten einen Businessplan, helfen bei der Sponsoren-Suche und bieten ihnen Räume zum arbeiten“, sagt Natscha Hoebel vom Unibator, einem Gründerprojekt. So können sich die Studenten ausprobieren, ohne direkt Umsatz machen zu müssen.

Auch Pierre Guillemain aus Frankfurt konnte seine langgehegte Idee mit dem Unibator umsetzen. Dabei hat er sich seinen Uni-Alltag zu Nutzen gemacht: „Ich bin viel näher an den Studenten dran, verfolge Gespräche in der Mensa. Das kriegen Agenturen alles nicht mit.“ So könne er die passende Veranstaltung für jedes Unternehmen organisieren. Ob ein geselliges Beieinander oder ein Infoabend – der 26-jährige Wirtschaftsstudent hilft mit seiner Firma Campus Connexion den Firmen geeigneten Nachwuchs zu finden. Guillemain entwirft ein Profil für die Bewerber, sucht sie aus und gibt der Firma ein Feedback. Für seine Leidenschaft opfert er seit einem Jahr viel Freizeit. Doch heute kann er sich damit sein Studium finanzieren. Ohne Arbeitsräume hätte er seine Pläne nicht verwirklichen können. „Nur so war es möglich, überhaupt Kunden einzuladen.“

Auch für Peters waren die bereitgestellten Räume die größte Hilfe: „Bei den hohen Mietpreisen in Frankfurt.“ Im März ist der 30-Jährige in die eigenen Geschäftsräume, gegenüber der Frankfurter Messe gezogen. Denn schon nach einem Jahr konnte er einen großen Sponsor von seiner Idee überzeugen. Er betreibt ein Versteigerungsportal für offene Rechnungen: Wenn ein Kunde seine 5000-Euro-Rechnung nicht rechtzeitig an den Handwerker zahlen kann, stellt der Handwerksbetrieb die Rechnung auf die Website von Debitos. Private Unternehmen ersteigern die Rechnung zahlen 3000 Euro an den Handwerker und bekommen das Geld später von dem Kunden – plus Zinsen.

Das Startup ist so schnell gewachsen, dass ich nicht mehr nur nebenbei arbeiten konnte“, sagt der 30-Jährige. Deshalb hat der Wirtschaftswissenschaftler sein IT-Zweitstudium auch bis heute noch nicht beendet.

Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

E-Mail:angelika.poeppel@extratipp.com

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