Höllenritt quer durch Indien

Wenn gar nichts mehr geht, müssen eben Fremde der Rikscha wieder in die Spur helfen. 

Mühlheim/Jaisalmer – Ein Abenteuer für den guten Zweck: Drei Freunde aus Mühlheim starten am 1. Januar beim Rickshaw-Run in Indien und wollen damit die dortige Trinkwasseraufbereitung unterstützen. Von Dirk Beutel

Daniel

Etwa 2500 Kilometer werden sie unterwegs sein. Auf fiesen Schotterpisten und holprigen Straßen werden sie sich durch katastrophale Verkehrsverhältnisse hindurchnavigieren müssen. Ihr fahrbarer Untersatz: Nichts weiter als eine klapprige Motorrad-Rikscha. Wo andere verunsichert die Stirn runzeln, wächst in Janos Bugler, Uwe Naßler und Daniel Kilian die Abenteuerlust. Die drei Mühlheimer Freunde nehmen am Rickshaw Run teil. Zwei Wochen geht es quer durch Indien, vom nordwestlichen Jaisalmer bis ins südlich gelegene Cochin. Bei dieser Rallye ist jedes der 80 teilnehmenden Teams völlig auf sich allein gestellt. Platzt der Reifen, streikt der Motor oder der Sprit neigt sich dem Ende, obwohl weit und breit keine Tankstelle zu sehen ist – jeder muss sich selbst um sein Weiterkommen kümmern. Auch die Reiseroute erstellt jede Gruppe individuell für sich selbst.

Eine Rikscha bietet nur wenig Komfort und Sicherheit.

„Dieser Höllenritt auf einem bestenfalls bestuhlten Rasenmäher ist für uns die beste Möglichkeit, das Land, die Leute und deren Lebensumstände kennenzulernen“, sagt Janos Bugler: „Als ich vergangenes Jahr von dieser Rallye hörte, dachte ich sofort, dass so ein Rennen genau das Richtige für mich wäre.“
Und für seine Freunde Uwe und Daniel. Alle drei stammen aus Mühlheim, sind zusammen auf das Friedrich-Ebert-Gymnasium gegangen. Und obwohl der Beruf oder die Liebe jeden der 31-Jährigen in eine andere Himmelsrichtung des Landes verschlagen hat, besteht noch immer eine starke Bindung zu ihrer Heimatstadt, die sie natürlich wie ihre Westentasche kennen.

Janos

Was man von Indien nicht behaupten kann: „In diesem Bereich der Erde sind wir absolute Neulinge“, sagt Bugler, der zusammen mit Uwe Naßler und Daniel Kilian schon viele Reisen innerhalb von Europa unternommen hat. Das Vorhaben in Indien sei da aber eine andere Hausnummer.
Natürlich soll das Abenteuer Spaß machen, doch hinter dem kühnen Wagnis steckt auch ein karitativer Zweck: „Die indische Bevölkerung soll von dieser Rallye profitieren. Deshalb unterstützen wir durch unsere Tour die Organisation Frank Water“, erklärt Bugler. Frank Water ist eine Non-Profit-Organisation, die sich auf die Bereitstellung von Wasseraufbereitungsanlagen in strukturschwachen Teilen des Landes spezialisiert hat.

Am 1. Januar fällt der Startschuss

Uwe

Laut Veranstalter muss jeder Teilnehmer für eine gemeinnützige Organisation Spendengelder sammeln. Bis zur Zielankunft soll jede Institution 1000 englische Pfund erhalten, so auch Frank Water. Bugler betont: „Wer uns unterstützt, spendet direkt an Frank Water.“ Ein Blick auf den aktuellen Stand verrät: Bislang haben die Teufelskerle 388 Pfund zusammen.
Falls es den Dreien nicht gelingen sollte, den nötigen Spendenbetrag zu erreichen, wird die Differenz aus eigener Tasche ausgeglichen, verspricht Bugler. So wie ohnehin alle Unkosten, die während der Reise auf die Draufgänger zukommen.
Bevor am 25. Dezember das Flugzeug nach Indien startet, besucht jeder über Weihnachten nocheinmal seine Familie. Danach wollen sich die Jungs in Indien für zwei oder drei Tage zunächst in Delhi akklimatisieren, bevor am 1. Januar in Jaisalmer der Startschuss für ein unbekanntes Abenteuer beginnt.

So oft es möglich ist, werden die Mühlheimer versuchen, über ihre Internetseite von ihren Erlebnissen zu berichten. Wer Interesse an einem Sponsoring hat, findet dort ebenfalls nähere Informationen.

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