Von der Wohnungssuche bis zum Krankenkassen-Ärger

So hat der EXTRA TIPP 2015 geholfen

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Danny Anke und Freundin Katharina Werner freuen sich nach 80 Absagen über die neue Wohnung

Region Rhein-Main - Der EXTRA TIPP als Anwalt seiner Leser. Immer wieder konnten wir helfen, indem wir Bewegung in Angelegenheiten gebracht oder Behörden auf den Zahn gefühlt haben. Wenn’s klappt, haben wir solche Artikel besonders gerne geschrieben. Von Axel Grysczyk

Wir leben in einer Boom-Region. Das hat Vor-, aber auch Nachteile. Wohnungen werden knapp. Zwei Fälle, die sich in ihrer Hilflosigkeit an unsere Zeitung gewendet haben, zeigen, wie sich die Lage zugespitzt hat. Da waren Katharina Werner, Danny Anke, Tochter Mira und Bulldogge Buddy. 850 Warmmiete würden sie für 65 Quadratmeter zahlen, doch nach 80 Wohnungsbesichtigungen stehen sie Ende Juni kurz vor der Obdachlosigkeit. Ihr Fazit: „Mit Kind und Hund will dich niemand.“ In der Redaktion steht das Telefon nicht still. Das Angebot von Ursula Müller aus Offenbach passt. Danny Anke: „Es ist für uns das größte Geschenk überhaupt.“ Danach melden sich zahlreiche Bewohner aus der Region in unserer Redaktion, die auch keine Wohnung finden. Doch wir sind Redakteure und keine Makler.

Der EXTRA TIPP mischt sich ein

Auch Glaukom-Patientin Andrea Homann wurde geholfen.

Im Fall von Elvira Schneeberger, Thomas Schmidt und ihrer sechsjährigen Tochter Mila ist das anders. Sie leben seit 14 Monaten in einer Notunterkunft in der Offenbacher Marienstraße, alle zusammen in einem Raum, auf 14 Quadratmetern. Mila geht bereits zur Schule. Nach der EXTRA TIPP-Berichterstattung wollen zahlreiche Leser helfen. Am Ende kommt die junge Familie Anfang Dezember in eine Drei-Zimmer-Wohnung des Frankfurter Siedlungswerks auf 60 Quadratmetern unter. Schneeberger: „Für uns das schönste Weihnachtsgeschenk.“ Diese Geschichten zeigen aber auch: Mit Hilfe unserer Leser können wir so viel bewegen.
Auch als Andrea Homann sich eine 115 Euro teure Kontrolluntersuchung nicht leisten kann und der behandelnde Arzt eine Ratenzahlung der Hartz-IV-Bezieherin ablehnt. Sie leidet an einem Normaldruck-Glaukom und ist verzweifelt, will langfristig nicht ihr Augenlicht verlieren. Zahlreiche Leser bieten an: „Wir zahlen das!“ Auch andere Berichte über menschliche Schicksale ließen unsere Leser nicht kalt. So bedankte sich der linksseitig gelähmte Claudius Kirschner über ein neues auf seine Behinderung abgestimmtes Auto, das er sich nach Spenden durch unsere Leser finanzieren konnte.

Menschliche Schicksale, die berühren

Oder die Familie der dreijährigen Alina aus Frankfurt, die ihrer unter einem Gendefekt leidenden Kleinen eine Delfintherapie bezahlen konnte. Der Fall, der aber besonders viele EXTRA TIPP-Leser berührte, war die Geschichte des Offenbachers Markus Schuck. Nach einem Zusammenbruch retten die Ärzte seine Frau. Doch die muss in die Reha nach Bad Neustadt. Und er hat kein Geld, die Fahrkarte ist zu teuer. Als der EXTRA TIPP einhakt, signalisiert seine Krankenkasse, die AOK, helfen zu wollen. Mehr noch: Zahlreiche Leser sagen zu, Markus Schuck persönlich zur Reha seiner Frau fahren zu wollen. Viel dramatischer ist der Fall von Adil Hadiki. Der Marokkaner kommt nach Deutschland, um einen Herzfehler behandeln zu lassen und seine Tante zu besuchen. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Ärzte stellen fest, dass sofort ein Defibrilator-Implantat bei dem 30-Jährigen gesetzt werden muss. Kosten: 25.000 Euro. Geld, das Hadiki nicht hat. Von da an liegt er auf dem Sofa bei seiner Tante und hofft auf Unterstützung. Zu viel Anstrengung könnte den Tod bedeuten.

Senna Gammour übergibt Adil einen Spendenscheck.

Nach dem EXTRA TIPP-Artikel schiebt eine Klinik in Wiesbaden den kranken Mann dazwischen, operiert sofort und besteht lediglich auf eine Anzahlung von 3000 Euro. Adil Hadiki ist gerettet, doch in Zukunft wird er ein Spenderherz benötigen. Dass er noch lebt, ist auch unseren Lesern zu verdanken, die zum Teil große Geldbeiträge spenden. Doch der EXTRA TIPP hilft auch im Kleinen:

Helene Böse erhielt eine Entschädigung von der Post.

Als Helene Böse ihren Enkeln zum Weihnachtsfest 2014 Päckchen schickt und sie extra versichert, verschlampt die Post die Ladung. Als Wiedergutmachung bekommt sie im März 50 Euro. Und das obwohl die Geschenke insgesamt 105 Euro wert waren. Die Oma aus Mühlheim fühlt sich komplett verschaukelt. Als sich der EXTRA TIPP einschaltet, begleicht die Post alles. Auch Esther Erterek konnten wir helfen. Ihr süßer Malteser Mali wurde ihr beim Einkaufen weggenommen.

Besonders stolz auf die Hilfe für Eritrea

Wir berichten über den dreisten Fall. Ein Leser erkennt später Mali im Bahnhofsviertel. Er ist zum Anhängsel einer Prostituierten geworden. Erterek befreit ihn und ist überglücklich. Diese Liste lässt sich noch lange weiter fortführen. Aber auf eine Sache sind wir als Verlag und Redaktion besonders stolz: Auf einen Kindergarten in Eritrea. Wir haben die „Hilfe für Eritrea“ mit Sitz in Heusenstamm zu unserem Partnerprojekt erklärt. Seitdem unterstützen wir die emsigen Helfer, die schon seit 20 Jahren helfen, statt nur Versprechungen zu machen. Und somit aktiv Fluchtursachen bekämpfen. In diesem Jahr ist mit den Spenden ein Kindergarten in Emni Tselim gebaut worden. Wir können nicht überall helfen, aber in einer Region wollen wir stetig und langfristig etwas tun. Denn zusammen mit unseren Lesern können wir einiges bewegen!

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